Vor ein paar Tagen ist mir eingefallen, dass ich irgendwo in meiner “Mottenkiste” noch ein paar Domains hatte, die ich mir mal vor einiger Zeit gekauft, aber nie genutzt hatte. Im Grunde sind liegengelassene Domains ja nichts Schlechtes. Entweder man kann sie eines Tages doch noch für die eigenen Zwecke nutzen oder aber man versucht einen Käufer für die Domains zu finden. Ich hatte mich jetzt für das Zweitere entschieden. Ich wollte die Domains verkaufen. Gesagt, getan. Nachdem ich die Domains auf sedo angemeldet, geparkt und zum Verkauf angeboten hatte, flatterte mir auch schon innerhalb weniger Stunden die erste E-Mail eines Interessenten – besser gesagt – einer Interessentin ins Haus. Wow – das ging aber schnell! Doch die Freude währte leider nicht lange. Grund dafür war, dass die E-Mail von einer (fiktiven) Dame namens Maria Coddington von Internet Investment Startegies LLC geschickt wurde. Die erste Mail klang noch recht realistisch mit der Frage zu dem Preis einer ganz speziellen Domain. Um ganz sicher zu gehen, wollte ich aber, bevor ich antwortete, noch mal nach dieser Firma googeln. Und was musste ich da mit einem Schmunzeln feststellen? Es gab schon andere Domainverkäufer vor mir, die exakt! dieselbe(n) E-Mail(s) erhalten hatten.
Der Trick funktioniert folgendermaßen:
“Maria” – so nennen wir jetzt einfach mal die Absenderin, ob sie nun tatsächlich existiert oder nicht – kontaktiert Domainverkäufer und fragt wegen speziellen Domains an, die zum Verkauf stehen. Nachdem der Verkäufer einen Preis für die besagte Domain nennt kommt die Antwort, dass der Preis ok sei, allerdings möge man doch bitte noch über eine “unabhängige” Stelle den Preis schätzen lassen. Dann wird ein Link angehängt, hinter dem eine Art Forum steht, mit dessen Hilfe (bei aller Liebe) jeder einzelne Domainverkäufer für dumm verkauft werden soll. Hier wird von einem User namens NameSeller empfohlen, dass man mindestens 50-55 US-Dollar ausgeben sollte, um eine anständige und professionelle Bewertung einzelner Domains zu erhalten. Alles was darunter läge, sei unbrauchbar. Im nächsten Schritt wird dann (natürlich) die eigene Website empfohlen, die unter researchappraisals.com zu finden ist (NameSeller ist auf dieser Seite auch noch die Kontakt-Emailadresse, was nicht gerade für Rafinesse spricht). Selbstverständlich ohne Impressum oder sonstige vernünftige Kontaktdaten. Hier kann man sich also nun eine professionelle Bewertung der eigenen Domains sichern können. Aha!
Am Witzigsten fand ich auf der rechten Seite der Website jedoch die Anzeige der durchschnittlichen Verkaufspreise, die pro Domain erzielt werden: 5.936 US-Dollar! Wow – ich bin begeistert! Das würde bedeuten, dass ich für meine 13 Domains insgesamt fast 78.000 US-Dollar erhalten würde. Herrlich – der nächste Porsche steht praktisch schon vor der Tür und die Koffer für den Mauritius-Urlaub sind gepackt! Vielleicht treffe ich dort ja dann Herrn Westerwelle bei seiner nächsten “Expedition ins Ausland”. Wäre doch nett, oder?
Vorsicht vor “Maria” beim Domainverkauf
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