Liebe Leser,
auf die Frage hin, was die größten Hürden für den Erfolg als Existenzgründer sind, kam innerhalb der Leserschaft des Kwerdenker-Blogs folgendes Ergebnis zustande:
Eine Frage der Finanzierung
Als die größte Hürde betrachten 29% der an der Umfrage Teilnehmenden die Finanzierungproblematik. D.h. woher bekomme ich Kapital für meine Geschäftsidee – für Investitionen, aber auch den Unternehmerlohn, falls keine größeren Reserven an Eigenkapital vorhanden sein sollten, mit denen man sich einige Monate und länger über Wasser halten kann. Was passiert, wenn die erste Finanzspritze nicht ausreicht, um beispielsweise die Produktentwicklung zufriedenstellend abschließen und an den Markt gehen zu können, da die Kosten am Ende doch höher als geplant liegen? Gibt es vom gleichen Geldgeber auch ein zweites Mal Kapital oder muss nach einem weiteren Ausschau gehalten werden? Diese und weitere grundlegende Punkte sind tatsächlich nicht selten der Grund für das jähe Ende einer Existenzgründung bevor sie überhaupt richtig angefangen hat.
Leads generieren und Kunden gewinnen
An zweiter Stelle der größten Hürden sehen die Leser des Kwerdenker-Blogs mit 21% der Stimmen die Probleme bei der Kundengewinnung. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dies in der Tat gerade am Anfang eine ziemlich zähe Angelegenheit sein kann. Gerade dann, wenn man womöglich ohne eigenen (kleinen) Kundenstamm an den Markt geht, um seine Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Von demher ist es von großem Vorteil, wenn man hier mit der Existenzgründung nicht bei Null anfangen muss, sondern bereits zu Beginn den ein oder anderen Kunden oder ein paar Projekte an der Angel hat. Wenn nicht heißt es “Durchhalten” und “Aktiv sein”. Von alleine kommt mit Sicherheit nur im seltensten Fall ein Kunde auf einen zu.
An die eigene Idee glauben und einen langen Atem zeigen
Auf den dritten Platz der Umfrage zu den Hürden bei der Existenzgründung folgen der mangelnde Glaube an die eigene Idee sowie mangelndes Durchhaltevermögen mit jeweils 14% der Stimmen. Diese Themen hätte ich offen gestanden nicht so weit oben in den Umfrageergebnissen vermutet. Daraus ist wohl zu schließen, dass der Psychologie, die hinter einer Geschäftsidee und der Existenzgründung steht, eine ziemlich große Bedeutung beigemessen wird. An dieser Stelle sollte in diesem Zusammenhang dann nochmals darauf hingewiesen werden, dass es von enormer Wichtigkeit ist, dass Existenzgründer und Start-ups unbedingt an ihre eigene Idee glauben müssen – auch und gerade in schwierigen Zeiten. Hier muss dann auch mal auf die Zähne gebissen werden. Man darf sich nicht zu schnell aus der Ruhe bringen lassen und sollte weiter konzentriert und fokussiert an der eigenen Geschäftsidee arbeiten. Krisen gibt es immer und wird es immer geben. Man darf sich deswegen aber nicht von seinem Weg abbringen lassen.
Sich seiner eigenen Fähigkeiten bewusst sein und ein effektives Netzwerk aufbauen
7% entfallen jeweils auf die Punkte Selbstüberschätzung, mangelndes Netzwerk und mangelndes Know-How. Oft ist der Grad zwischen dem Glauben an die eigene Idee und die Selbstüberschätzung sehr schmal. Hier gilt es aufzupassen. Allein mit Euphorie hat wohl noch keine Geschäftsidee nachhaltigen Erfolg generiert. Hier lohnt es sich definitiv Menschen in die eigene Geschäftsidee einzuweihen, um ein besseres Gefühl bzw. eine Einschätzung der Situation von außen zu bekommen. Am besten man bespricht die Start-up-Idee mit einem Existenzgründerberater oder jemanden, der sich in der jeweiligen Thematik auskennt. Freunde und Bekannte sind wohl nur bedingt als objektive Berater einzuordnen. Allerdings haben sie einen Vorteil gegenüber externen Beratern. Die kennen einen wohl am besten und können (hoffentlich) gut einschätzen, ob man vom Typ her auf dem richtigen Weg ist.
Auf das richtige Netzwerk kommt es ebenfalls an. Tagtäglich sollte man Ausschau halten, wie man sein Netzwerk an Partnern, Kollegen, Interessierten und Kunden ausweiten kann, sei es auf Messen, bei Themenveranstaltungen, über Einrichtungen wie die Wirtschaftsjunioren, Marketingsclubs oder Branchenverbände. Auch online gibt es zahlreiche Möglichkeiten des effektiven Netzwerkens, z.B. über Businessnetzwerke wie XING oder LinkedIn, die eigene Website und den eigenen Blog oder die aktive Teilnahme in Foren und Communities.
Marketing wird offenbar unterschätzt
Interessanterweise wurde von Seiten der Abstimmenden beim Thema mangelndes Marketing keine einzige Stimme vergeben. Soll heißen, Probleme im Marketing werden nicht als eines der primären Hürden beim Aufbau einer Existenz angesehen. Aber Achtung: das Thema Marketing sollte auf keinen Fall unterschätzt werden, egal ob offline oder online. Ohne den richtigen Marketingmix wird nicht sich in den meisten Fällen nicht viel bis nichts bewegen. Wer hier spart darf sich im Nachhinein nicht beschweren, wenn die Bekanntheit gegen Null geht, keine Anfragen reinkommen und ergo keine Kunden auftauchen. Auch wenn hier erst investiert werden muss bevor man ein Ergebnis sieht (z.B. neue Kunden oder Besucher auf der Unternehmens-Website), sollte man definitiv ein Marketingbudget bei der Existenzgründung mit einplanen.
Denn wie heißt es doch so passend in einem chinesischen Sprichwort:
“Wer im Frühling nichts sät hat im Herbst nicht zu ernten.”






















Die größte Hürde bei der Existenzgründung ist die Finanzierung. Diese Aussage existiert schon sehr lange. Ist die Finanzierung wirklich die größte Hürde. Trifft man Business Angels, Venture Capital Manager, Privat Equity Fonds Manager auf Unternehmerveranstaltungen zeigt sich ein anderes Bild. Es fehlen Ideen die gut durchdacht und auch entsprechend professionell dargestellt werden. Dazu gehört als Einstiegsschlüssel ein professioneller Businessplan, ein überzeugendes Gründerteam mit einer starken Präsentation der Gründungsidee.
Können Existenzgründer dies alles vorweisen, ist die Ausstattung mit Kapital deutlich einfacher als dieses Ergebnis auf diesem Blog hergibt.
Wie professionell ist Ihr Geschäftskonzept – überzeugend oder nutzen Sie doch Hilfe von qualifizierten Gründungsberatern ?
Gruss Klaus Schaumberger
Hallo Herr Schaumberger,
ich gebe Ihnen recht – allzu häufig liegt es an einem nicht ausgereiften Konzept, Businessplan oder einem nicht ausreichend gut aufgestelltem Team, dass Banken, Investoren etc. die Unterstützung verweigern. Nichtsdestotrotz ist es interessant, dass unter den Teilnehmern der Umfrage eine andere Meinung herrscht. Es scheint eben doch auch die andere Seite zu geben. Zudem macht mit Sicherheit jeder Gründer seine ganz individuellen Erfahrungen bei der Existenzgründung, ob mit oder ohne Gründungsberater an der Seite.