Liebe Leser,
gerade eben komme ich von einem Vortrag von Tom Kellersohn (Orange Pepper Design), initiiert durch die Wirtschaftsjunioren Nordschwarzwald, zurück. Thema des abwechslungsreichen Vortrags war das Social Media Marketing und wie man diverse Plattformen und Dienste auf diesem Feld nutzen kann – unter anderem auch für geschäftliche Zwecke. Hierzu zählen Twitter, Facebook und XING – um nur einige wenige an dieser Stelle nennen zu wollen.
Tom selbst hat im Laufe des Vortrags angemerkt, wie viel Zeit der durchschnittliche Facebook-User pro Tag Facebook nutzt – ob nun aktiv oder passiv sei mal dahingestellt. Ganze vier Stunden pro Tag! Eine gewaltige Zahl – gibt es doch noch das ein oder andere, was man den Tag über sonst noch machen muss und möchte. Seien es nun die natürlichen Bedürfnisse wie Essen oder Schlafen, Hobbies oder einfach nur Familie und Freunde sehen und sprechen. Und zwischendrin muss der ein oder andere unter Umständen auch noch ein paar Stündchen arbeiten. Hmmm, wird der ein oder andere jetzt grübeln und sich berechtigterweise fragen: “Nutze ich meine Zeit im Internet sinnvoll, oder passiert es mir immer wieder in den Informations-Fluten des World Wide Web nahezu zu ertrinken?” Mit Sicherheit hat sich fast jeder Internet-User schon mal am Ende eines langen Tages, nach dem Herunterfahren des Rechners, die Frage gestellt: “Ist es denn wirklich schon so spät? Ich war doch nur “schnell” im Internet um meine “sozialen” Kontakte zu pflegen und ein bisschen zu surfen.”
Mir selbst ist es auch schon des Öfteren passiert, dass ich am Ende des Tages, als ich meine Online-Session beendet hatte und von meinem virtuellen Surfbrett abgestiegen bin, die letzten Minuten oder Stunden größtenteils regelrecht “verplempert” und nichts wirklich Sinnvolles mit der verbrachten Online-Zeit vollbracht hatte. Der Internet-Dschungel lässt grüßen.
Da bin ich kürzlich über eine sehr nette Geschäftsidee gestolpert, die unter www.procrasdonate.com zu finden ist, die einem helfen soll die eigene Zeit besser einzuteilen und – falls doch nicht geschafft – die zu viel verbrachte Zeit in Form von Spenden an wohltätige Zwecke “abbezahlt” wird. Die Idee ist simpel und funktioniert folgendermaßen:
Der User registriert sich bei ProcraDonate und lädt sich das dazu passende Firefox Add-on runter. Im nächsten Schritt definiert man die wohltätigen Einrichtungen aus, an die man für den Fall der unnötigen Zeitverschwendung spenden möchte und gibt gleichzeitig die Höhe des Betrags ein, den man pro vergeudeter Stunde spenden will.
Als nächstes wählt man seine persönlichen “Zeitfresser” aus, zum Beispiel Twitter, Facebook, XING und gibt seinen persönlichen Amazon-Account für Bezahlungen an.
Parallel kann man auch die Webseiten und Plattformen auswählen, die als die effektivsten und hilfreichsten angesehen werden und innerhalb der “TimeWellSpent”-Kategorie markiert werden können. Auf diese Weise kann der User die Webseitenbetreiber dieser Webseiten für ihre außergewöhnlichen oder hilfreichen Inhalte belohnen.
Alles was der Internet-User nun zu tun hat ist seinen gewöhnlichen Aktivitäten nachzugehen. Für jede verbrauchte Stunde auf den Zeitfresser-Webseiten wird der ausgewählten Charity eine Art Gutschein automatisch angerechnet. Genauso wird den persönlich definierten “TimeWellSpent”-Webseiten für jede genutzte Stunde eine Gutschrift zugesprochen.
Sobald die Schwelle von 10 US Dollar übertreten wird, geht der eigens eingestellte Spendenbetrag über den persönlichen Amazon-Account an die jeweilige wohltätige Einrichtung. Die einzelnen Spenden können jederzeit über die “my impact”-Seite auf ProcrasDonate eingesehen werden. Darüber hinaus kann man sich Wochenberichte per E-Mail zuschicken lassen.
Im Add-on des Firefox-Browers wird zudem in Form eines Messbalkens schnell und einfach angezeigt, wie viel Zeit man bereits verbraten hat. Nähert man sich dem Maximum an Zeit, welche man eingeplant hat, schaltet der Messbalken auf ROT.
Im Endeffekt ist Idee, die hinter ProcrasDonate steht, wirklich sinnvoll. Vor allem haben alle Seiten etwas davon, ganz gleich ob die Zeit immer eingehalten wird oder nicht.
Der Nutzer verbraucht (hoffentlich) weniger Zeit für eher unwichtige Dinge und unterstützt gleichzeitig sinnvolle und hilfreiche Webprojekte und -seiten. Und für den Fall, dass dies nicht immer geschafft wird, hat er trotzdem etwas Sinnvolles getan, da eine Spende an eine wohltätige Einrichtung fließt.
Abschließend eine Frage in die Runde:
Was haltet Ihr von der Geschäftsidee und könntet Ihr Euch vorstellen, dieses Modell selbst zu nutzen? Welche Zeitmanagement-Tricks wendet Ihr selbst an, und welche Tipps könnt Ihr den Leuten geben, für die das Thema Zeitmanagement ein Problem darstellt?
Jeder ist herzlich willkommen, hier und jetzt seinen Senf zu diesem Thema und Artikel abzugeben. Auf geht’s!
Euer Kwerdenker (Stevenson)
























Hallo Steven,
ein schöner Beitrag und ein weiterer guter Link zu einer phänomenalen Idee. Allerdings hätte ich wirklich ein wenig die Besorgnis, dass ich auf sehr schnelle Art und Weise arm werden könnte. Ich denke, ich verplemper doch ein wenig zu viel Zeit sinnlos im Internet und werde wohl noch ein wenig an mir arbeiten müssen, das Ganze etwas produktiver werden zu lassen
Liebe Grüße, Tom
@Tom: Sei mal nicht so streng mit Dir. Hast ja heute beim Vortrag auch nur 5 Min. überzogen!