Online-Handel
E-Commerce: Bezahlmöglichkeiten und Zahlungsanbieter im Internet – Teil 1
Liebe Leser,
heute geht es in einem 1. Teil um das Thema “E-Commerce – Bezahlmöglichkeiten und Zahlungsanbieter im Internet”, welches speziell für alle Jene spannend ist, die sich für den Onlinehandel interessieren oder damit zu tun haben. Welche Bezahlmöglichkeiten gibt es überhaupt und welche Vor- und Nachteile sind in diesem Zusammenhang zu erwähnen? Welche Bezahlvariante ist für welche Zielgruppe passend? Wie sehen die Kosten bei welchem Zahlungsanbieter aus – fix und pro Transaktion? Und und und…
Also, los geht’s…
1. Kreditkarte
Speziell jene Onlinehändler, die (auch) Kunden außerhalb Deutschlands bedienen, werden kaum um die Kreditkarte herumkommen, da der Marktanteil laut Deutsche Card Services GmbH in Europa (außer Deutschland) bei über 90 Prozent liegt. Außerhalb Europas liegt der Anteil sogar noch höher mit nahezu 100 Prozent!
Zu beachten für Händler sind hierbei die doch recht hohen Kosten, die mit der Einführung einer Kreditkartenlösung einhergehen. Kosten bzw. Transaktionsgebühren trägt der Händler. Diese werden in Form eines sogenannten Disagios (Abschlag) erhoben. Das Höhe des Disagios ist Verhandlungssache zwischen dem Händler und dem Kreditkartenanbieter und liegt in der Regel zwischen 2,5 und 3,5 Prozent plus 0,10 bis 0,20 Euro pro Transaktion. Das Disagio kann je nach Branche und Transaktionsvolumen variieren. Einzelne Händler mit sehr großem Transaktionsvolumen können durchaus Sonderkonditionen erhalten. Die Einrichtungsgebühren einer Kreditkartenlösung liegen bei ca. 100 – 300 Euro. Bei einer eventuellen Warenrückgabe durch den Kunden können zudem sogenannte Chargeback-Gebühren entstehen, die bei ca. 20 Euro liegen. Händler sollten darüber hinaus mit dem Kreditkartenanbieter klären, ob weitere Gebühren oder Kosten entstehen können, beispielsweise Monatsgebühren oder sonstige Gebühren.
Und ganz wichtig: Wie schnell haben Händler das eingegangene Geld tatsächlich auf Ihrem Konto? Hier gibt es sehr große Unterschiede, die unbedingt vorab mit dem Kreditkartenpartner besprochen werden müssen.
Der Vorteil der Kreditkarte liegt bei der Einfachheit, der sehr weiten Verbreitung und der hohen Sicherheit. In diesem Zusammenhang sollte darauf geachtet werden, dass Daten von Kunden ausschließlich über verschlüsselte Verbindungen laufen (meist SSL-Verschlüsselung). Können Sie innerhalb Ihres Webbrowsers links unten ein gelbes Schloss-Symbol sehen? Ja? Prima – dann ist die Seite verschlüsselt.
Hinsichtlich des Zahlungsausfallrisikos trägt der Händler das höhere Risiko, da Käufer grundsätzlich von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen können, falls die Ware beschädigt ist, nicht passt oder nicht gefallen sollte. Statistisch gesehen steigt der Umsatz mit Einführung einer Kreditkartenlösung stark an, was sich in einer Steigerung der Conversion Rate um durchschnittlich ca. 60 Prozent klar widerspiegelt! (Quelle: Computop)
2. Elektronisches Lastschriftverfahren
Das Lastschriftverfahren ist eine sehr einfache und umkomplizierte Bezahlvariante, bei der der Käufer dem Verkäufer/ Händler das Recht einräumt einen vereinbarten Betrag von seinem Konto abzubuchen. Hierbei kann es sich um Einmalzahlungen wie auch regelmäßige Abbuchungen drehen.
Ein weiterer Vorteil des elektronischen Lastschriftverfahrens liegt in dem geringen Missbrauchsrisiko. Käufer können innerhalb einer bestimmten Frist eine Rücklastschrift veranlassen für den Fall, dass Beträge ohne vorherige Zustimmung vom Konto abgebucht wurden.
Für Händler gilt: Sperrlisten prüfen und Transaktionsgebühren beachten, die sich allerdings im Rahmen halten sollten.
Statistisch betrachtet steigt die Conversion Rate mit Einführung eines elektronischen Lastschriftsystems um mehr als 60 Prozent. Daher gilt für Händler: nicht lange überlegen – einführen!
3. PayPal
PayPal hat inzwischen mehr als 10 Millionen Nutzer in Deutschland und über 200 Millionen weltweit. Die Tendenz ist steigend, was PayPal zu einer ernst zu nehmenden Zahlungsvariante macht.Das Szenario einer Bezahlung per PayPal läuft folgendermaßen ab:
Der Kunde wählt innerhalb des Onlineshops des Verkäufers PayPal als Bezahlmöglichkeit aus und wird auf die PayPal-Seite geleitet. Hier loggt er sich mit E-Mail-Adresse und Passwort ein und wählt die gewünschte Bezahlart aus. Der Betrag wird dem Händler sofort gutgeschrieben. Dies stellt einen großen Vorteil dieser Bezahlvariante dar, da die Bezahlung in Echtzeit abläuft und mit zwei Klicks erledigt ist. Zudem bietet PayPal ein breites Feld an unterstützenden Bezahlvarianten an. Hierzu zählen Lastschrift, Kreditkarte, Überweisung, Giropay und PayPal-Guthaben.
Kosten fallen für den Kunden keine an. Der Händler trägt ebenfalls keine Fixkosten, muss bei Zahlungen innerhalb Deutschlands allerdings mit einer Gebühr von max. 1,9 Prozent des Gesamtbertrags plus 0,35 Euro pro Tranaktion rechnen. Bei Zahlungsausfall greift ein integrierter Verkäuferschutz, was für Händler sehr positiv zu bewerten ist.
Zu der primären Zielgruppe zählt ganz allgemein der Versandhandel.
Im 2. Teil zum Thema “E-Commerce: Bezahlvarianten und Zahlungsanbieter in Internet”, der in den nächsten Tagen im Kwerdenker-Blog erscheinen wird, werden weitere Online-Zahlungsmöglichkeiten unter die Lupe genommen. Hierzu zählen unter anderem giropay, Click & Buy, Sofortüberweisung und Maestro.
Bis dahin viel Spaß beim Lesen!
Amazon legt Händlern “faules” Ei ins Osternest
Laut einem Bericht in der neuesten Ausgabe der Internet World Business plant Amazon Änderungen bei der Preisstruktur für Händler. Diese sieht in der Zukunft vor, dass Händler ihre Angebote über den Amazon-Marketplace entweder genauso günstig oder günstiger als über andere Vertriebskanäle anbieten müssen. Hierzu zählt auch der eigene Webshop eines Verkäufers. Die einzige Ausnahme sind stationäre Ladengeschäfte. Amazon rechnet durch diesen Schritt offenbar mit einem Kunden- und Umsatzzuwachs. Ob das tatsächlich so sein wird bleibt abzuwarten, denn laut einer Umfrage des Marketplace-Mitbewerbers Hitwise wollen 45 Prozent der 100 befragten Händler ihre Angebote reduzieren oder sogar löschen.
Na dann mal frohe Ostern, Amazon!
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