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Interview mit Diederika Tasma von Tasma Life Balance: Existenzgründerin im Bereich Coaching

Interview mit Diederika Tasma von Tasma Life Balance: Existenzgründerin im Bereich Coaching

Liebe Leser,

Diederika Tasma hilft bei Versteckter Trauer

Diederika Tasma hilft bei Versteckter Trauer

nach längerer Zeit gibt es endlich mal wieder ein Interview mit einer Existenzgründerin. Heute mit Diederika Tasma von Tasma Life Balance (TLB), die sich als Coach auf sensible Themen wie Versteckte Trauer konzentriert und im Verlaufe des Interviews einen sehr schönen Einblick in ihr Leistungsangebot und persönlichen Erfahrungen gibt. Aber nun genug der Worte – es wird Zeit, dass Ihr Diederika selbst etwas näher kennenlernt.

1.      Diederika, stell’ Dich doch bitte kurz den Lesern des Kwerdenker-Blogs vor. Sie sind neugierig auf Dich. Wo kommst Du her, was hast Du in der Vergangenheit gemacht und was bewegt Dich aktuell?

Ich komme aus Hardegarijp, einem kleinem Dorf im Norden der Niederlande, wohne und arbeite aber bereits seit 11 Jahren in der Schweiz. Ich war einige Jahre bei Air Engiadina/KLM Alps tätig, habe danach noch bei ein paar anderen Airlines gearbeitet und war die letzten 5 Jahre Senior Sales Executive bei Etihad Airways. Heute bin ich Inhaberin der Tasma Life Balance, Dipl. Emotion Coach und arbeite prarallel noch Teilzeit am Flughafen Bern als Stv. Marketingleiterin.

2.      Du hast Dich im letzten Jahr zu einem radikalen Schnitt entschlossen: Raus aus der vermeintlich sicheren Position des Arbeitnehmers, rein in das mutige Unterfangen der Selbstständigkeit. Was hat Dich zu diesem Schritt bewegt?

Ich wollte schon immer Menschen begleiten und meine Erfahrungen weitergeben. Ich wollte mein eigener Herr sein und die Sachen machen, die mir Spaß und Freude bringen. Bei Etihad Airways hatte ich eine tolle Zeit, habe viel gelernt und sehr viele schöne Sachen erlebt, doch ich war ständig unterwegs und meine Arbeit im Sales-Bereich hat mich nicht befriedigt. Ich musste primär immer die Zahlen im Auge behalten. Die menschliche Komponente hat mir dabei auf Dauer sehr gefehlt.

3.      Unter dem Namen „Tasma Life Balance“ bietest Du nun Coachings in ganz unterschiedlichen Bereichen an. Ein Thema sticht aber mit Sicherheit hervor: das Aufspüren versteckter Trauer, welches für Menschen gedacht ist, die – unter Umständen bereits in jungen Jahren – einen geliebten Menschen verloren haben. Bitte erzähle den Lesern mehr zu diesem Thema. Für wen ist solch ein Coaching sinnvoll, wie läuft solch ein Coaching ab und was kann man sich als Teilnehmer davon erhoffen?

Wenn in Kindesjahren die Mutter, der Vater oder sogar beide Elternteile verstorben sind, dann liegt der Verlust eines sehr wichtigen Menschen zwar schon lange zurück. Dennoch kann es sein, dass man auch nach vielen Jahren noch trauert und Kummer hat. Das Umfeld und auch man selbst erkennt jedoch diese Trauer nicht als Trauer an, da die Verbindung zum Verlust zu weit zurückliegt. Diese Art von Trauer im Erwachsenenalter  wird “Versteckte Trauer” genannt. Erwachsene, die in ihrer Kindheit ein Elternteil verloren haben, zeigen oft die folgenden Symptome auf:

  • Stark entwickelte Verlassens- und Bindungsängte
  • Entwicklung komplizierter und mühsam verlaufender Beziehungen
  • Mühe mit Intimitäten
  • Ein fundamentaler, grundlegender Mangel an Selbstvertrauen
  • Das ständige Gefühl nicht dazu zu gehören, nicht gesehen zu werden
  • Nach außen zeigen sie sich selbstbewusst, aber innerlich fühlen sie sich leer
  • Ausgeprägte Verletzlichkeit/Verwundbarkeit
  • Angst, im selben Alter wie das verlorene Elternteil zu sterben
  • Alles unter Kontrolle behalten zu wollen
  • Hohe Ansprüche an einen Lebenspartner, der den Verlust wieder ausgleichen soll
  • Aufmerksamkeitssyndrom (sie sind ein Fass ohne Boden)
  • Partner von Erwachsenen, die in ihrer Kindheit ein Elternteil verloren haben, haben oft das Gefühl, dass sie nie etwas richtig machen können
  • Häufig große Mühe Grenzen zu setzen
  • Fühlen sich untröstlich, weil ihre Beziehungen oft scheitern
  • Schwierigkeiten zur Ruhe zu kommen

Ich biete in diesem Bereich mehrtägige Workshops mit einem Rückkehrtag an, der ca. vier Wochen nach dem Workshop stattfindet. Die Workshops sind vor allem für Erwachsene sinnvoll, die zwischen dem 1. und 20. Lebensjahr ein Elternteil verloren haben und sich an den oben genannten Symptomen wiedererkennen können. In diesem Mehrtagesworkshop verarbeiten die Teilnehmer nach der Methode von Titia Liese ihre Versteckte Trauer. Sie erkennen die hemmenden Muster, die sie über viele Jahre entwickelt haben, lernen diese zu akzeptieren und sich von ihnen zu befreien. Die Workshops sind in dem Trauerprozess ein Begleiter und bieten die nötige Struktur, die die Trauernden in ihren Alltag integrieren können. Die Teilnehmer lernen den Verlust zu verarbeiten und somit sich selbst und dem verstorbenen Elternteil den ihnen zustehenden Platz in Ihrem Leben zurückzugeben. Ein verspäteter Trauerprozess ist meistens nicht alleine die Suche nach ihrem verstorbenen Elternteil. Vielmehr ist es auch eine Suche nach ihrer eigenen Identität.

4.      Wie bist Du auf solch ein eher ungewöhnliches, vor allem aber persönliches und sensibles Thema gekommen? Hast Du selbst in Deinem Leben bereits schmerzhafte Erfahrungen machen müssen?

Ich war zehn Jahre alt als mein Vater an einer Gehirnblutung starb. Ich kann mich noch gut erinnern – es war Weihnachten. Er war erst 48 Jahre alt. Dieser Verlust hat mein weiteres Leben sehr geprägt. Ich hatte gelernt zu überleben, mich anzupassen und genau das zu sagen, was andere von mir erwarteten. Der Weg zu mir selbst war lang und steinig. Ich habe viele Hochs und Tiefs erlebt, doch bin immer wieder aufgestanden und weitergegangen. Dem Verlust meines Vaters konnte ich einen Platz geben. Doch die Beschützer- und Überlebensmuster sind es, die das Leben für uns „Versteckte Trauer“-Erwachsenen so schwierig machen.
Wenn man, wie ich, einen Elternteil durch Tod verloren hat, bringt man dann im Laufe der Zeit automatisch auch bei anderen Menschen im Umfeld Verlust-, Beschützer- und Überlebungsmuster an. Bei Kindern werden diese Muster mit der Zeit zu Basismustern, da ein Kind solch einen großen Verlust nicht tragen/verarbeiten kann. Deswegen sieht man im Erwachsenalter nicht, dass diese Muster eigentlich Beschützermuster von damals sind. Die Muster sind dann oft so sehr eingeprägt, dass sie das Dasein hemmen.
Indem ich die Theorie der Versteckten Trauer kennengelernt und studiert habe, habe ich für mich einen Weg gefunden diese Muster frühzeitig aufzuspüren und zu entdecken und anschließend ins Positive zu drehen. Dies hat mir persönlich unheimlich viel gebracht und mich auf einen sehr guten Weg der Heilung gebracht. Und genau dies möchte ich gerne auch an andere Menschen, die im Laufe ihres Lebens einen Verlust erleiden mussten, weitergeben.

5.      Welche anderen Coachings bietest Du darüber hinaus an?

Ich biete verschiedene Workshops und Coachings an:

  • Versteckte Trauer-Workshops für Kinder, die ein Elternteil verloren haben
  • Yoga & Coaching-Workshops für Erwachsene, die gerne mal Yoga machen und sich selbst besser kennenlernen möchten
  • Back to Nature-Workshops für Erwachsene, die gerne etwas Gutes für Körper und Geist tun möchten
  • Workshops im Bereich “Negativität verlassen – Wege zum Glück” für Erwachsene, die lernen möchten, wie sie Negativität abschütteln und gleichzeitig wieder Glück in ihr Leben bringen können
  • Versteckte Trauer-Workshops zwischen Wollen & Tun für Erwachsene, die den Verlust eines geliebten Menschen richtig verarbeiten möchten

Darüber hinaus beite ich Coachings für: Veränderungs- und Entwicklungsprozesse, Unterstützung bei der Erfüllung von Träumen, Begleitung in individuellen, turbulenten Lebensphasen, Trauer- und Verlust-Verarbeitung, Job-Orientierung, Bewältigung von Flugangst und anderen Ängsten, Begleitung bei Beziehungs- und anderen Konfliktthemen.

6.      Wo und in welcher Form bietest Du Dein Coachingprogramm an? Ausschließlich in der Schweiz?

Die meisten Coachings und Workshops werden in meiner Praxis in Laupen/Schweiz und im Haus Parzival im Berner Oberland durchgeführt. Allerdings halte ich derzeit nach weiteren Räumlichkeiten in der Schweiz Ausschau.

Die Praxis von TLB von innen

Die Praxis von TLB von innen

Darüber hinaus versuche ich auch in Deutschland Fuß zu fassen. Die Workshops „Yoga & Coaching“, „Back to Nature“ und „Negativität Verlassen – Wege zum Glück“ werden auch in Langenbrand bei Pforzheim angeboten. TLB hat das Motto, dass wir da sind, wo wir gebraucht werden.

Die Praxis von TLB von außen

Die Praxis von TLB von außen

7.      Was macht wann mehr Sinn? Einzel-Coaching vs. Gruppen-Coaching

Das kommt ganz auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Personen an und die verschiedenen Themen. Für Versteckte Trauer macht es sicher Sinn in einer Gruppe zu arbeiten, da der Austausch mit anderen, die Ähnliches erlebt haben und die verstehen, wie man sich fühlt sehr wichtig ist und viel Kraft geben kann. Man ist so in gewisser Weise nicht mehr alleine mit seinem Problem unterwegs. Hier arbeite ich nur mit Gruppengrößen von maximal 5 Personen. Aber es gibt auch Coachees, die lieber individuell arbeiten, da sie es noch schwierig finden ihre Emotionen zu zeigen. Die Workshops für „Yoga & Coaching“, „Back to Nature“ und „Negativität Verlassen – Wege zum Glück“ werden meistens in der Gruppe durchgeführt, wobei ein Programm immer auch nach individuellen Wünschen der Teilnehmer angepasst werden kann.

8.      Kommen wir zu dem Thema Existenzgründung: Was muss ein Existenzgründer mitbringen, um langfristig erfolgreich sein zu können? Nenne bitte drei Eigenschaften, die Deiner Meinung nach unabdingbar sind.

Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen, und man darf nicht zu schnell aufgeben. Obendrein sollte man in der Lage sein Ideen realistisch einschätzen und umsetzen zu können.

9.      Wie gewinnst Du neue Kunden? Betreibst Du aktiv Marketing? Wenn ja, wie?

Haha, da fragst Du mich was! Für mein Hauptthema „Versteckte Trauer“ ist es recht schwierig an Kunden zu kommen, da man nicht einfach fragen kann “Hey Du, hast Du zufällig ein Elternteil verloren und Schwierigkeiten damit?” Ich versuche Aufmerksamkeit auf mein Angebot zu lenken, indem ich ein Netzwerk zu Ärzten, Physiotherapeuten, Krankenhäuser, Bestattungsinstituten und Schulen etc. aufbaue. Dieses Jahr möchte ich außerdem Informationsabende zu dem Thema veranstalten und habe diverse Flyer in Geschäften und Praxen ausgelegt. Mein Auto ist “gebrandet”, und für Jugendliche möchte ich eine CD auf dem Markt bringen und im Sommer ein Konzert organisieren. Zudem soll noch ein Buch von Titia Liese auf Deutsch übersetzt werden und über TLB vertrieben werden. Bisher geht das Meiste über Empfehlungen, doch ich betrachte auch die Medien als sehr wichtig, und daran möchte ich in diesem Jahr verstärkt arbeiten.

10.    Welche Veranstaltungen, Workshops und Infoveranstaltungen sind in der nahen Zukunft geplant, wo man Dich auch persönlich antreffen kann?

Die Termine bis einschließlich Ende März sind auf meiner Website unter www.tasma-lifebalance.com zu finden. Die weitere Planung für dieses Jahr werde ich Ende Februar veröffentlichen. Es sind außerdem zwei Infoveranstaltungen geplant: Einmal am 17. Februar und dann nochmal am 31. März – beide in meiner Praxis in Laupen, CH.

Yoga & Coaching-Workshop: 11. bis 13. März, 18. bis 21. August und 25. bis 27. November im Hotel Schwarzwald Sonnenhof, Langenbrand/Pforzheim.

11.    Wie sehen Deine kurzfristigen und langfristigen Ziele mit Tasma Life Balance aus? Wo siehst Du Dich und TLB in 10 Jahren?

Ich hoffe sehr erfolgreich, da ich so viele Menschen wie möglich begleiten möchte. Ich sehe TLB in 10 Jahren an einem sehr schönen Ort in der Schweiz oder Deutschland, wo ich mit mehreren Therapeuten und Coaches zusammenarbeiten kann. Und ich hoffe, dass ich bis dahin Interessenten gefunden habe, die mit mir gemeinsam eine Stiftung für „Versteckte Trauer“ gründen wollen. Es wäre schön mit TLB international unterwegs sein zu können.

12.    Wie können Interessierte mit Dir am besten Kontakt aufnehmen? Über Deine Website? Telefonisch? Persönlich?

Auf meiner Website www.tasma-lifebalance.com findet man unter “Kontakt” meine Kontaktdaten. Interessenten können mir gerne eine E-Mail an info@tasma-lifebalance.ch schicken oder mich einfach unter 00 41 (0)79 52 48 455 anrufen. Ich freue mich über jede Anfrage.

Diederika, ich danke Dir für dieses schöne Interview und wünsche Dir von Herzen weiterhin viel Erfolg mit Tasma life Balance.

Meine Geschäftsidee – Teil II: 4 Tipps, wie man die ersten Kunden gewinnen kann

Meine Geschäftsidee – Teil II: 4 Tipps, wie man die ersten Kunden gewinnen kann

Liebe Leser,

eine der schwierigsten Aufgaben, die unmittelbar nach der Gründung auf Existenzgründer, Selbstständige und Freiberufler wartet, ist zweifelsohne die Kundengewinnung – oder wie es neu-deutsch so schön heißt – Leadgenerierung.
Die erste Gründungsphase ist abgeschlossen: Der Businessplan ist  geschrieben, das Darlehen bei Bank oder einem anderen Geldgeber erfolgreich eingereicht, Corporate Identity und Design funkeln praktisch noch, so frisch sind sie. Es kann losgehen! Aber wo sind nun die Kunden? Wie komme ich zu Beginn an meine Kunden, so ganz ohne Referenzen und Empfehlungen?

Mit dem heutigen Artikel soll Existenzgründern und Start-ups Anregungenen gegeben werden, wie man bei der Kundenakquise der ersten Stunde vorgehen kann.

1. Das eigene Netzwerk zur Kundenakquise nutzen

Was liegt näher als das eigene Netzwerk im ersten Schritt zur Kundensuche anzuzapfen? Nichts! Ganz einfach deshalb, weil einen die Menschen aus dem nahen und näheren Umfeld besser kennen und man daher meist keine Überzeugungsarbeit leisten muss, wie das bei vollkommen fremden potentiellen Kunden wäre. Nicht nur, dass man diese im ersten Schritt von dem eigenen Angebot überzeugen muss – nein – man muss darüber hinaus sich selbst als Mensch so präsentieren, dass man das Vertrauen der Menschen, die einem gegenübersitzen, gewinnen. Das eigene Netzwerk ist aber nicht nur als potentielle Zielgruppe, sondern auch als Empfehler unheimlich wertvoll. Ist das nähere Umfeld von dem Angebot überzeugt, das man an den Mann oder die Frau bringen will, ist es der beste Werbeträger, das man sich vorstellen kann. Vor allem dann, wenn Familie, Freunde und Bekannte selbst über ein gutes Netzwerk verfügen, können die ersten Kunden schneller auf der Matte stehen, als man sich vorstellen kann. Aber aufgepasst: Man sollte das eigene Netzwerk nicht überstrapazieren und dieses “auf Teufel komm raus” mit Anfragen, E-Mails und Ähnlichem bombardieren. Sehr schnell kann man die wertvollste Gruppe vergraulen, wenn das vormals private “Netzwerk” plötzlich auf einmal als reines “Business-Netzwerk” betrachtet wird. Daher gilt hier Fingerspitzengefühl zu beweisen und nicht zu aufdringlich agieren, denn ansonsten kann der Schuss nach hinten losgehen, und die potentiell wertvollste Kundenquelle versiegt ohne auch nur einen Kunden an Land gespült zu haben.

2. Mit “Special Deals” den Fuß in die Tür bekommen

Aller Anfang ist schwer, speziell was die Kundengewinnung angeht. Von demher kann es nicht schaden, wenn man zu Beginn für “Special Deals” offen ist. Gerade im näheren Umfeld kann man so durchaus den ein oder anderen ersten kleinen Auftrag an Land ziehen. Option Nummer eins wäre hierbei das Tauschgeschäft, welches so aussehen könnte: “Ich entwerfe Dir eine neue Corporate Identity, und dafür führst Du bei mir auf der Website eine umfassende Suchmaschinenoptimierung durch.” Das bringt zwar erst mal keinen Umsatz, dafür kann man sich aber Kosten für einen weiteren Dienstleister oder die eigene Zeit sparen, die stattdessen für andere wichtige Aufgaben wie Kundengewinnung oder Marketingaktivitäten genutzt werden kann.

Eine Alternative zum Tauschgeschäft ist das vergünstigte Angebot, das als Türöffner gedacht ist. Selbst wenn man zu Beginn erst einmal diverse Projekte für einen “guten” Preis abarbeitet und keine großen Umsätze macht, wird es sich mittel- bis langfristig meist lohnen. Zum einen bringt es einem ein weiteres Referenzprojekt ein, welches man auf der eigenen Unternehmenswebsite präsentieren kann. Des Weiteren kann über ein spannendes Projekt auch anderweitig die Werbetrommel gerührt und somit Aufmerksamkeit gewonnen werden, sei es in Form einer Pressemitteilung oder Statusmeldungen in XING, LinkedIn oder auf Twitter. Darüber hinaus stehen die Chancen oft nicht schlecht, dass – sollte das erste Projekt gut und erfolgreich verlaufen sein – aus dem “Special Deal” plötzlich eine Kette an Aufträgen oder Projekten wird. Diese sollten dann aber ganz regulär abgerechnet werden, schließlich wächst das Geld für Existenzgründer und Start-ups nicht auf den Bäumen. Es kann nicht schaden, so etwas aber bereits vor dem Special Deal anzusprechen, sodass diesbezüglich erst gar keine Irritationen aufkommen können. Ein weiterer Pluspunkt, den sicherlich jedes erfolgreich durchgeführte Projekt mit sich bringt: Empfehlungen. Es gibt kein stärkeres Marketingtool als das Thema Empfehlungsmarketing bzw. die allseits bekannte Mundpropaganda. Von demher gilt es – speziell am Anfang einer Existenzgründung – so viele (gute) Projekte wie nur möglich erfolgreich durchzuführen, sodass der Stamm an zufriedenen Kunden mehr und mehr wächst. Denn die zufriedenen Kunden werden vermutlich gerne die erbrachte Dienstleistung oder besonderen Produkte an Freunde, Bekannte und Kollegen weiterempfehlen. So kann man – ohne erst groß weitere “Push-Marketing-Aktivitäten” anzuschieben – die nächsten Kunden für sich gewinnen.

3. Kaltakquise – zäh, aber durchaus effektiv

Kaltakquise – ein Thema, bei dem es dem ein oder anderen vermutlich kalt den Rücken runterläuft. Kein Wunder – zählt dies doch wohl zu den eher ungeliebten, zeitintensiven und nicht selten erfolglosen Aufgaben, die ein Existenzgründer durchführen kann, um an neue Kunden zu gelangen. Trotz allem würde ich immer empfehlen, auch auf diesem Gebiet aktiv zu sein. Manchmal landet man dann doch den ein oder anderen Treffer und stößt auf das Interesse eines potentiellen Kunden.Wie geht man hier nun aber am sinnvollsten vor?Gehen wir an dieser Stelle mal davon aus, dass keine Kundendaten vorhanden sind, die gemietet oder gekauft wurden, die man in Form eines elektronischen Mailings (legal) anschreiben kann, dann fällt das Thema E-Mail schon mal flach. Werbeanrufe sind auch keine wirkliche Option, da ebenfalls inzwischen rechtlich nicht mehr zugelassen. Was bleibt also als Option? Das postalische Mailing! Man sollte sich von Vornherein darüber im Klaren sein, dass die Erfolgsqote eines Mailings nicht selten unter 1 Prozent liegt. D.h., werden 100 Personen oder Firmen angeschrieben, wäre es bereits ein Erfolg, wenn eine einzige Rückmeldung kommen würde. Aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen und ruhig etwas Anstrengung und Zeit in das Thema Kaltakquise per postalischem Mailing investieren. Wie solch ein Mailing im Detail ausschauen kann, werde ich aber nicht an dieser Stelle beschreiben. In naher Zukunft wird zu dem Thema “Kundengewinnung mit Hilfe eines postalischen Mailings” ein eigener Beitrag erscheinen.

Eine andere gute Möglichkeit der Kaltakquise ist der Besuch von relevanten Messen und Veranstaltungen, bei denen man sich den ausgewählten Zielgruppen persönlich und direkt vorstellen kann. Dies stellt im Vergleich zum postalischen Anschreiben einen großen Vorteil dar, da man zum einen mit etwas Glück bereits den relevanten Ansprechpartner vor sich hat und zum anderen in direkte Kommunikation treten kann. Man bekommt ein unmittelbares Feedback und kann sehr schnell feststellen, ob seitens des potentiellen Kunden Interesse besteht oder nicht. Besteht kein Interesse, kann man die betreffende Firma gleich von seiner Liste potentieller Kunden streichen und kann sich stattdessen auf andere potentielle Kunden konzentrieren.

4. Über diverse Kanäle aktiv Marketing betreiben

Es ist ganz wichtig, dass Sie mehrere Kanäle gleichzeitig anzapfen, um an neue Kunden zu gelangen. Es reicht nicht aus, ausschließlich auf Kaltakquise per postalischem Mailing, Suchmaschinenmarketing über Google & Co oder das Netzwerken auf diversen Businessplattformen im Internet zu setzen.  Sie müssen so viele Quellen wie nur möglich anzapfen! Dazu gehören auf jeden Fall die Themen, die bereits zuvor angesprochen wurden: Kaltakquise per Mailing und auf Messen und sonstigen Veranstaltungen, Suchmaschinenmarketing und aktive Nutzung von diversen Social Networks. Darüber hinaus sollte man aber definitiv schauen, dass man das eigene Netzwerk nach und nach ausbaut, z.B. indem man sich in Businessvereinigungen und -clubs engagiert oder aber versucht interessante Fachvorträge vor der Zielgruppe hält, sei es im Rahmen einer Veranstaltung der Hausbank, einer Kammer oder einer Roadshow. Wenn man seine Stärken in der Präsentation der eigenen Produkte und/oder Dienstleistungen hat, kann man so auf schnelle und einfache Art und Weise Eindruck bei einer Vielzahl an potentiellen Kunden schaffen. Man demonstriert das eigene Know-how und man erscheint urplötzlich auf dem Radar zahlreicher Menschen, die einen vermutlich vorher (noch) nicht gekannt hat. Zudem gibt es die Möglichkeit direkt im Anschluss an die Veranstaltung auf konkrete Fragen der Zuhörer einzugehen und kann so sehr schnell schon beim konkreten Anliegen der jeweiligen Firma oder der jeweiligen Person ankommen.

Dies ist nur ein Auszug an Möglichkeiten, wie man an neue Kunden kommen kann – gerade als Existenzgründer und Start-up. Eine Fortsetzung wird es in absehbarer Zeit geben. Viel Spaß auf jeden Fall schon mal beim Anwenden der ein der anderen Punkte. Zudem freue ich freue mich immer über Feedback! Wie sind Eure Erfahrungen hinsichtlich der Kundengewinnung, wenn es um das Thema Existenzgründung geht? Was waren bei Jenen, die es bereits “über den Berg” geschafft haben, die besten Wege, um gerade in der Startphase des Unternehmens Kunden zu finden und zu gewinnen?

Interview mit Sarah Heike: Existenzgründerin mit Fashion für freche Früchtchen

Interview mit Sarah Heike: Existenzgründerin mit Fashion für freche Früchtchen

Liebe Leser,

heute gibt es ein spannendes Interview mit Sarah Heike, frisch gebackene Gründerin und Inhaberin von “Frogroggas” – dem Modelabel für Kinder – mit Sitz in Nürnberg. Oder wie hat Sarah das so schön in einen passenden Claim gepackt: “Fashion für freche Früchtchen”. Das macht doch Appetit auf mehr, meine ich. Also los geht’s – Sarah, hiermit übergebe ich das Wort an Dich.

Sarah, stell’ Dich doch bitte kurz den Lesern des Kwerdenker-Blogs vor. Sie sind neugierig auf Dich und das, was du machst.

Die schwierigste Frage gleich zuerst! Ich gestehe an dieser Stelle gleich, dass ich Frage Nummer 1 dezent weggelassen habe und jetzt nach den Antworten der Fragen 2-11 wieder hier oben angekommen bin und grübel ‚Wer bin ich?‘

Die Antwort im Existenzgründerseminar lautete darauf:

“Mein Name ist Sarah Heike – ja, Heike ist mein Nachnahme – 26 Jahre jung – Diplom-Stylistin/-Modestylistin, eher bekannt unter der Bezeichnung Modedesignerin/-schöpferin – und ich möchte mich mit meinem Label für Kinderbekleidung selbstständig machen!” Das sind so die Fakten. Wer mehr über mich wissen will muss meine Familie, Freunde und Bekannten fragen oder mich persönlich kennenlernen.

Wie bist Du zum Modedesign gekommen? Glücklicher Zufall oder ein Kindheitstraum?

Ich wusste zwar schon relativ früh, dass ich später mal irgendwo in der Modewelt arbeiten wollte, aber wo und als was, das hat sich erst während meiner Ausbildung auf der ESMOD München herauskristallisiert.
Jedoch wusste ich schon mit 14, dass es unbedingt diese Schule sein musste. Eine Alternative gab es nicht. Zum Glück haben die mich auch gewollt! Wer weiß, wo ich sonst gelandet wäre. Vielleicht bei einem meiner Kindheitsträume?! Da wären z.B. Kloputzfrau oder Reiseleiterin.

Du hast Dein Modelabel ”Frogroggas” getauft. Ein durchaus exotischer und spannender Name. Wie kam es dazu, und was steht hinter dem Namen?

Der Name ist ein Relikt aus Zeiten der Ausbildung. Im Abschlussjahr gründet im Prinzip jeder sein eigenes Label, d.h. du entwirfst nicht nur eine Kollektion, sondern entwickelst auch eine komplette CI zu deinem Konzept.

Den Namen hat mir eine gute Freundin gegeben. Er setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Zum einem dem englischen Wort für Frosch ‚frog‘ und zum Anderen der fränkischen Ableitung des Wortes ‚Rocker‘ also ‚Rogga‘. Das Ganze bezieht sich eigentlich auf die Art, wie ich meine Figurinen (= stilisierte Modezeichnungen) zeichne. Sie sind sehr comiclastig, haben einen großen Kopf mit großen (Glupsch-)Augen und Knubbelfinger. Das hat sie irgendwie an Frösche erinnert. Mittlerweile gehört der Namen so zu meinem Produkt, dass ich ihn nicht ändern würde, obwohl er sicherlich für Neukunden schwer zu merken ist. Allerdings ist er auch oft ein Grund, dass Leute mich ansprechen und wissen wollen, was hinter dem Namen ‚Frogroggas‘ steckt. Na, und dann…bleibt er doch im Ohr.

Wie bist Du auf die Idee gekommen Mode und mehr gerade für Kinder zu entwerfen, und wo liegt der Schwerpunkt Deiner Arbeit?

Das Ganze war keine spontane Idee, sondern ein Prozess während meiner Ausbildung. Zunächst liegt der Schwerpunkt des Studiums im Bereich DOB (= Damenoberbekleidung), allerdings werden bereits im ersten Jahr auch Arbeiten zu HAKA (= Herren und Knaben) und KIKO (=Kinderkollektion) verlangt.

Dass HAKA nichts für mich ist wusste ich schnell, die KIKO fand ich zunächst ganz lustig, da man im Entwurf so viel neue Möglichkeiten hat. Ich finde es spannend Kleidung zu entwerfen, die einen aktuellen modischen Bezug hat, ihren funktionalen Bezug jedoch nie verlieren darf. Schließlich sollen die Produkte später von Kindern getragen werden und nicht von Puppen.
Einen Schwerpunkt habe ich nicht wirklich, vielleicht kann man es eher als Säulen bezeichnen, die das Label ‚Frogroggas‘ tragen. Diese Säulen sind im Prinzip nichts anderes als Produktgruppen. Vom kleinsten zum größten wären das: Accessoires (z.B. Buttons, Anstecker), Zubehör (z.B. Lätzchen, Mützen, Tücher), Bekleidung (eher Einzelteile, Miniserien) und das Premiumprodukt Maßanfertigung (z.B. Taufkleidchen, Blumenstreuoutfits etc.).

Kommen wir zu dem Thema Existenzgründung: Was gab bei Dir persönlich den Ausschlag dafür, und wo siehst Du für einen Existenzgründer die größten Hürden zu Beginn einer Unternehmung?

Der Gedanke, mal mein eigenes Label zu besitzen, spukt schon in meinem Kopf herum seitdem ich ein Praktikum in einem Atelier für Kinderbekleidung absolviert hatte. In der Industrie konnte ich nie meine Ideen ausleben. Immer gab es Jemanden, dessen Meinung und Ideen es zu realisieren galt. Die Möglichkeit, dass ich irgendwann mal die Person sein könnte, die das letzte Wort hat, war zu gering, als dass ich jahrelang diesen Assistentenberuf machen wollte. Dass mir meine berufliche Situation aber eigentlich gar nicht so passt wurde mir erst klar als ich unerwartet gekündigt wurde und ich gezwungen war zu überlegen, was ich in nächster Zeit arbeiten wollen würde.
Hürden hat man als Existenzgründer bzw. Selbständiger sicherlich täglich zu nehmen. Das sind Hürden im Beruf und im Privaten, kleine und größere. Aber die gehören nun mal dazu, schließlich verändert man etwas in seinem Leben. Wäre doch schlimm, wenn alles glatt laufen würde. Ich bin auf die Mega-Hürde zum Glück noch nicht gestoßen, merke aber, dass irgendwie immer alles mit dem Thema Geld und Zahlen zu tun hat, und das ist für mich als Kreative immer sehr abstrakt. Daran muss ich mich erst noch gewöhnen.

Was muss ein Existenzgründer mitbringen, um langfristig erfolgreich sein zu können? Nenne bitte drei Eigenschaften, die Deiner Meinung nach unabdingbar sind.

Da könnt ich jetzt den Fragebogen ‚Sind sie ein Machertyp?!‘ hernehmen und die tollsten Eigenschaften abschreiben. Für mich ist es wichtig mich selbst motivieren zu können bzw. zu wissen wo und bei wem ich neue Motivation bekommen kann. Ich bin optimistisch und kreativ. Der Rest ergibt sich (hoffentlich) – learning by doing!

Auf Deiner Website von Frogroggas ist nachzulesen, dass Du bereits einige Preise auf dem Feld des Modedesigns eingeheimst hast. Inwiefern haben Dir diese bei Deiner Existenzgründung helfen können?

Meine Preise stehen im Lebenslauf und schaffen hoffentlich einen guten Eindruck. Allerdings haben sie nichts mit ‚Frogroggas‘ zu tun. Aus diesem Grund haben sie eigentlich nichts mit der Gründung zu tun. Für mich persönlich sind sie jedoch wichtig, da sie eine Bestätigung für meine Ideen und Arbeit sind!

Wie gewinnst Du neue Kunden? Betreibst Du aktiv Marketing? Wenn ja, wie?

Momentan beschränkt sich mein Marketing auf reine Mundpropaganda. Allerdings muss sich da jetzt was ändern. Deshalb gestalte ich gerade eine(n) Flyer/Broschüre und Annoncen für Familienmagazine. Der Bereich Marketing ist eine der Baustellen, an denen ich gerade arbeite.

Wie wichtig ist Deine Website, um neue Kunden zu gewinnen und zu binden?

So genau kann ich das gar nicht sagen. Meine Homepage www.frogroggas.de ist erst seit ein paar Wochen online. Kunden gewinne ich momentan eher über den Online-Shop bei dawanda oder vis-à-vis, z.B. auf Märkten. Ich habe in der letzten Zeit feststellen müssen, dass gerade ältere Leute nicht viel mit Webseiten und E-Mails am Hut haben. Doch gerade Omas, Opas, Tanten und Onkels haben an Frogroggas Gefallen gefunden – eben nicht nur Diejenigen, für die der PC samt World Wide Web etwas Alltägliches ist. Folglich ist mir meine Webseite samt Shop und dem Profil auf Facebook zwar wichtig um mich zu präsentieren. Kundenbindung jedoch kann man nur durch erbrachte Leistungen schaffen.

Seit wann gibt es Dein Modelabel nun bereits, und wo kann man Dich das Jahr über antreffen (Messen, Wettbewerbe, Events etc.)?

Als Nebengewerbe betreibe ich Frogroggas jetzt seit März 2009. Für dieses Jahr im Oktober ist dann der Vollerwerb geplant. Meine zwei noch kommenden Highlights in diesem Jahr ist die Modenschau inklusive Verkaufsstand beim Oldtimer-Weinfestival auf dem Weingut Deppisch in Erlenbach bei Marktheidenfeld am 11. und 12. September, sowie die Austellung ‚Kunst & Handwerk‘ vom 02. bis 12. Dezember im Fembohaus Nürnberg. Natürlich kann man alle Termine auch auf meiner Webseite nachlesen. Und wer es nicht abwarten kann darf gerne einen Termin vereinbaren und zu mir kommen.

Wie sehen Deine kurzfristigen und langfristigen Ziele mit Frogroggas aus? Wo siehst Du Dich und Frogroggas in 10 Jahren?

Kurzfristig gesehen wünsche ich mir natürlich einen super Start in die Selbstständigkeit. Dass meine Visionen des Businessplans Realität werden und nicht als Utopien enden. Langfristig gesehen soll Frogroggas kein Modeimperium werden, sondern da wünsch ich mir ein Atelier für Kinderbekleidung, in dem ich einst Praktikum gemacht habe. Vielleicht in der Kombination mit einer kleinen Kaffee-Ecke.

Sarah, vielen Dank für das nette und informative Gespräch.

Die täglichen Herausforderungen für Selbstständige und Freiberufler – Teil I

Die täglichen Herausforderungen für Selbstständige und Freiberufler – Teil I

Gerade erst letzte Woche hat sich ein ehemaliger Geschäftskollege von mir in London als Music Manager selbständig gemacht. Er kümmert sich ab sofort um die Vermarktung ausgewählter Music-Bands. Zuvor war er bei einer Agentur fest angestellt und hat über viele Jahre jeden Monat pünktlich seinen Gehaltsscheck bekommen. Eine feine Sache. Und dann kommt die Selbstständigkeit und damit einher gehen die Schlagworte Risiko, Unsicherheit und bedingungslose Eigeninitiative. Klingt erst mal nicht sehr schön, und es könnte einem geradezu Angst und Bange werden. Aber Moment – die Selbstständigkeit hat auch ihre positiven Seiten, denn sonst gäbe es wohl nicht so viele, die den Schritt in die absolute Eigenverantwortung wagen würden. Wie wäre es mit den etwas mehr Kreativität, Freiheit und Gestaltungsmöglichkeit – nur um ein paar wenige Worte an dieser Stelle erwähnen zu wollen. Das klingt doch schon viel besser!
Und trotzdem: Macht man sich mal etwas tiefgreifendere Gedanken zu dem Thema Selbstständigkeit und spricht mit bereits Selbstständigen und Freiberuflern darüber, muss man wohl ganz schnell einsehen, dass das Ganze kein Pappenstiel und nicht für Jedermann das Richtige ist. Ich erinnere nur an das Bild von oben: Angestelltenverhältnis – Monatsende – Gehaltsscheck – Punkt! Nicht umsonst hat mal vor geraumer Zeit ein Gründungscoach zu mir gemeint, dass “zu der Entscheidung pro Selbstständigkeit eine ordentliche Portion Verrücktheit dazugehört”. Ich weiß, dass er dies damals mit einer ordentlichen Portion Humor hinterlegt hat, ansonsten hätte er wohl nicht so zahlreiche Existenzgründer unter seinen (erfolgreichen) Fittichen. Nichts desto trotz wollte er mit seiner Aussage genauso klar machen, dass der Weg durchaus steinig, zäh und langwierig sein kann. Ist man sich dieser Dinge allerdings von Vornherein bewusst und geht nicht mit einer rosaroten Brille oder ohne einen blassen Schimmer in die Selbstständigkeit, dann – ja dann – kann man guten Mutes an die Sache rangehen. Nun aber genug erzählt. Die Frage, die ja bereits in der Überschrift dieses Artikels auftaucht, lautet schließlich: Was sind die täglichen Herausforderungen für einen Selbstständigen oder Freiberufler?

Zu Beginn der Selbstständigkeit ist es wohl so ein bisschen das Gefühl der Orientierungslosigkeit. Ich glaube, das trifft es ganz gut. Das fängt mit dem Aufwachen am ersten Tag des “Nicht mehr Arbeitnehmer sein” an. Der Wecker klingelt, und man macht sich in seiner täglichen Schlagtrunkenheit (dies gilt natürlich nicht für die Frühaufsteher unter Euch, die bereits mit einem Moonwalk trällernd ins Badezimmer schweben) auf den mühsamen Weg ins Badezimmer und plötzlich wird einem bewusst: “Moment mal, ich muss ja gar nicht mehr ins Büro. Ich bin ja jetzt selbstständig!” Wenn der erste “Schock” mit dem Frühstückstoast hinuntergedrückt ist kann es endlich losgehen – mit der Selbstständigkeit. Schließlich wartet einiges an Arbeit auf einen.

Aber was ist denn nun wirklich zu tun im Laufe einer Selbstständigkeit?

Nun, zu Beginn wird ein Selbstständiger höchstwahrscheinlich erst einmal etwas im Nebel stochern – wer ist anzusprechen? Wie und was kann man erreichen? Wie baue ich mein Netzwerk auf? Und, und, und. Man versucht Termine mit Kunden, Kunden und nochmals Kunden zu vereinbaren. Über die ersten erfolgreichen Kundenbeziehungen entstehen neue Kundenbeziehungen und so weiter und so weiter. Die Maschinerie der Mundpropaganda – dem wertvollsten und effektivsten Marketingwerkzeug – springt langsam an und spült immer mehr neue Kunden und Partner an – etwa so wie eine Flaschenpost, die nach einer längeren Reise am Timmendorfer Strand “auf Grund läuft”.

Nach einiger Zeit werden sich die Herausforderungen allerdings komplett verändern. Dann wird es nicht mehr primär darum gehen Kundenakquise und Networking zu betreiben (wobei das vermutlich nie aufhören wird). Nun kommen ganz andere Herausforderungen auf einen zu: Wie kann ich mehrere Projekte simultan bearbeiten ohne in ein Chaos zu verfallen? Wie gehe ich mit eventuellem Stress um ohne dabei den Spaß an der Arbeit und den Kundenbeziehungen zu verlieren? Wie schaffe ich es trotz aller Anstrengung und möglichen Zeitengpässen die ein oder andere ruhige Minute einzubauen um wieder etwas herunterzufahren?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass vermutlich nicht wenige Freiberufler und Selbstständige Schwierigkeiten haben einen geregelten Tagesablauf zu kreieren – so ganz ohne Chef oder Stempeluhr “im Nacken”. Denn es gibt tagtäglich zahllose Ablenkungsmöglichkeiten, speziell dann, wenn man seine Büroräumlichkeiten in die eigenen vier Wänden integriert hat. Da fällt es nicht immer leicht konzentriert zu bleiben.

Man muss auch offen sagen, dass man als Freiberufler und Selbstständiger des Öfteren den inneren Schweinhund überwinden muss um neue Projekte an Land zu ziehen. Wenn man tagein tagaus Kundenprojekte bearbeitet hat man oft nicht mehr den “Drive”, um darüber hinaus auch noch andere Dinge machen zu wollen. Sei es die Umsatzsteuer-Voranmeldung, die Steuererklärung, Rechnungen zu schreiben, Auftragsangebote zu verfassen und mit Interessenten durchzusprechen oder sonstige Bürotätigkeiten. Hier gilt es trotzdem diese (wichtigen ) Dinge nicht zu vernachlässigen, auch wenn sie von Zeit zu Zeit ziemlich nervtötend sein können. Denn sie gehören nunmal zur selbstständigen Tätigkeit dazu so wie für viele der Kaffee zu einem guten Frühstück dazugehört.

Eine andere Hürde, speziell für Jene, die ihre Geschäftstätigkeiten von ihrem “Home Office” ausüben ist die Isolation bzw. das alleine Arbeiten. Hier gilt es aufmerksam durch den Alltag zu wandern. Früher oder später kann durchaus ein Gefühl der Einsamkeit eintreten, insbesondere dann, wenn man es in der Vergangenheit gewohnt war in einem Büro ständig Kollegen um einen herum gehabt zu haben. Dann heißt es gegensteuern. Ich selbst achte deshalb darauf, dass ich Kundentermine so oft wie möglich außerhalb meiner vier Wände organisiere, mich mindestens 1-2 pro Woche mit Bekannten oder Freunden zum Mittagessen verabrede und auch sonst schaue, dass ich immer wieder unter Leute komme, sei es beim Sport oder einer anderen Freizeitbeschäftigung. Ich kenne auch Freuberufler und Selbstständige, die der Isolation dadurch entfliehen, indem sie hin und wieder in einem Café arbeiten, um so wieder neue Eindrücke und Komunikation mit der Außenwelt bekommen zu können.

Obendrein kann es durchaus gewöhnungsbedürftig sein plötzlich so ganz ohne Feedback oder Statusmeldungen arbeiten zu müssen. Bei Zweifeln gilt es sich von ausgewählten Menschen im näheren Umfeld Rat oder eine Meinung einzuholen. Nichts desto trotz muss man sich darüber im Klaren sein, dass man am Ende die Entscheidung nun selbst fällen muss, und dass es keinen Chef mehr gibt, der einem die Richtung vorgibt. Schließlich ist man nun sein eigener Herr. Und das ist auch gut so, denn das macht die Selbstständigkeit so spannend und ist das Salz in der Suppe.

Das war der erste Teil der täglichen Herausforderungen für Selbstständige und Freiberufler. Im nächsten Teil der täglichen Herausforderungen werde ich unter anderem auf die Themen Frustbewältigung, Freizeit, Lockerheit, Organisation und vieles mehr eingehen.

Frage an alle Selbstständigen und Freiberufler: Welche anderen Herausforderungen habt Ihr in Eurer täglichen Arbeit ausgemacht? Wie habt Ihr diese Hürden überwunden?

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Denkt daran, liebe Unternehmer.

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Liebe(r) Besucher/-in, ich freue mich, Dich hier begrüßen zu dürfen. Mein Name ist Steven (34) und ich bin der kwerdenkende Autor dieses Blogs. Ich bin bei einer Schweizer Airline verantwortlich fürs Online-Marketing, Gründer der Goldlandung Marketing Consulting und ein Fan der wirklichen Kommunikation - dazu gehören das richtige Zuhören, das Eingehen auf den Anderen, der offene Dialog sowie eine lösungsorientierte Herangehensweise an eine Herausforderung. Eine Kombination, die mich dazu veranlasst hat diesen Blog aufzusetzen. Ein Blog, der speziell für jene gedacht ist, die ebenfalls nach der echten Kommunikation lechzen, egal ob privat oder beruflich. Bei aller Kommunikation und hoffentlich gutem Marketing wollen wir aber nicht vergessen, dass die richtige (offene) Einstellung und der nötige Humor nicht fehlen dürfen. Ich wünsche viel Spaß und hoffentlich muntere(n) Unterhaltung und Diskussionsstoff!

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