Existenzgründung
Interview mit Sarah Heike: Existenzgründerin mit Fashion für freche Früchtchen
Liebe Leser,
heute gibt es ein spannendes Interview mit Sarah Heike, frisch gebackene Gründerin und Inhaberin von “Frogroggas” – dem Modelabel für Kinder – mit Sitz in Nürnberg. Oder wie hat Sarah das so schön in einen passenden Claim gepackt: “Fashion für freche Früchtchen”. Das macht doch Appetit auf mehr, meine ich. Also los geht’s – Sarah, hiermit übergebe ich das Wort an Dich. 
Sarah, stell’ Dich doch bitte kurz den Lesern des Kwerdenker-Blogs vor. Sie sind neugierig auf Dich und das, was du machst.
Die schwierigste Frage gleich zuerst! Ich gestehe an dieser Stelle gleich, dass ich Frage Nummer 1 dezent weggelassen habe und jetzt nach den Antworten der Fragen 2-11 wieder hier oben angekommen bin und grübel ‚Wer bin ich?‘
Die Antwort im Existenzgründerseminar lautete darauf:
“Mein Name ist Sarah Heike – ja, Heike ist mein Nachnahme – 26 Jahre jung – Diplom-Stylistin/-Modestylistin, eher bekannt unter der Bezeichnung Modedesignerin/-schöpferin – und ich möchte mich mit meinem Label für Kinderbekleidung selbstständig machen!” Das sind so die Fakten. Wer mehr über mich wissen will muss meine Familie, Freunde und Bekannten fragen oder mich persönlich kennenlernen.
Wie bist Du zum Modedesign gekommen? Glücklicher Zufall oder ein Kindheitstraum?
Ich wusste zwar schon relativ früh, dass ich später mal irgendwo in der Modewelt arbeiten wollte, aber wo und als was, das hat sich erst während meiner Ausbildung auf der ESMOD München herauskristallisiert.
Jedoch wusste ich schon mit 14, dass es unbedingt diese Schule sein musste. Eine Alternative gab es nicht. Zum Glück haben die mich auch gewollt! Wer weiß, wo ich sonst gelandet wäre. Vielleicht bei einem meiner Kindheitsträume?! Da wären z.B. Kloputzfrau oder Reiseleiterin.
Du hast Dein Modelabel ”Frogroggas” getauft. Ein durchaus exotischer und spannender Name. Wie kam es dazu, und was steht hinter dem Namen?
Der Name ist ein Relikt aus Zeiten der Ausbildung. Im Abschlussjahr gründet im Prinzip jeder sein eigenes Label, d.h. du entwirfst nicht nur eine Kollektion, sondern entwickelst auch eine komplette CI zu deinem Konzept.
Den Namen hat mir eine gute Freundin gegeben. Er setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Zum einem dem englischen Wort für Frosch ‚frog‘ und zum Anderen der fränkischen Ableitung des Wortes ‚Rocker‘ also ‚Rogga‘. Das Ganze bezieht sich eigentlich auf die Art, wie ich meine Figurinen (= stilisierte Modezeichnungen) zeichne. Sie sind sehr comiclastig, haben einen großen Kopf mit großen (Glupsch-)Augen und Knubbelfinger. Das hat sie irgendwie an Frösche erinnert. Mittlerweile gehört der Namen so zu meinem Produkt, dass ich ihn nicht ändern würde, obwohl er sicherlich für Neukunden schwer zu merken ist. Allerdings ist er auch oft ein Grund, dass Leute mich ansprechen und wissen wollen, was hinter dem Namen ‚Frogroggas‘ steckt. Na, und dann…bleibt er doch im Ohr.
Wie bist Du auf die Idee gekommen Mode und mehr gerade für Kinder zu entwerfen, und wo liegt der Schwerpunkt Deiner Arbeit?
Das Ganze war keine spontane Idee, sondern ein Prozess während meiner Ausbildung. Zunächst liegt der Schwerpunkt des Studiums im Bereich DOB (= Damenoberbekleidung), allerdings werden bereits im ersten Jahr auch Arbeiten zu HAKA (= Herren und Knaben) und KIKO (=Kinderkollektion) verlangt.
Dass HAKA nichts für mich ist wusste ich schnell, die KIKO fand ich zunächst ganz lustig, da man im Entwurf so viel neue Möglichkeiten hat. Ich finde es spannend Kleidung zu entwerfen, die einen aktuellen modischen Bezug hat, ihren funktionalen Bezug jedoch nie verlieren darf. Schließlich sollen die Produkte später von Kindern getragen werden und nicht von Puppen.
Einen Schwerpunkt habe ich nicht wirklich, vielleicht kann man es eher als Säulen bezeichnen, die das Label ‚Frogroggas‘ tragen. Diese Säulen sind im Prinzip nichts anderes als Produktgruppen. Vom kleinsten zum größten wären das: Accessoires (z.B. Buttons, Anstecker), Zubehör (z.B. Lätzchen, Mützen, Tücher), Bekleidung (eher Einzelteile, Miniserien) und das Premiumprodukt Maßanfertigung (z.B. Taufkleidchen, Blumenstreuoutfits etc.).
Kommen wir zu dem Thema Existenzgründung: Was gab bei Dir persönlich den Ausschlag dafür, und wo siehst Du für einen Existenzgründer die größten Hürden zu Beginn einer Unternehmung?
Der Gedanke, mal mein eigenes Label zu besitzen, spukt schon in meinem Kopf herum seitdem ich ein Praktikum in einem Atelier für Kinderbekleidung absolviert hatte. In der Industrie konnte ich nie meine Ideen ausleben. Immer gab es Jemanden, dessen Meinung und Ideen es zu realisieren galt. Die Möglichkeit, dass ich irgendwann mal die Person sein könnte, die das letzte Wort hat, war zu gering, als dass ich jahrelang diesen Assistentenberuf machen wollte. Dass mir meine berufliche Situation aber eigentlich gar nicht so passt wurde mir erst klar als ich unerwartet gekündigt wurde und ich gezwungen war zu überlegen, was ich in nächster Zeit arbeiten wollen würde.
Hürden hat man als Existenzgründer bzw. Selbständiger sicherlich täglich zu nehmen. Das sind Hürden im Beruf und im Privaten, kleine und größere. Aber die gehören nun mal dazu, schließlich verändert man etwas in seinem Leben. Wäre doch schlimm, wenn alles glatt laufen würde. Ich bin auf die Mega-Hürde zum Glück noch nicht gestoßen, merke aber, dass irgendwie immer alles mit dem Thema Geld und Zahlen zu tun hat, und das ist für mich als Kreative immer sehr abstrakt. Daran muss ich mich erst noch gewöhnen.
Was muss ein Existenzgründer mitbringen, um langfristig erfolgreich sein zu können? Nenne bitte drei Eigenschaften, die Deiner Meinung nach unabdingbar sind.
Da könnt ich jetzt den Fragebogen ‚Sind sie ein Machertyp?!‘ hernehmen und die tollsten Eigenschaften abschreiben. Für mich ist es wichtig mich selbst motivieren zu können bzw. zu wissen wo und bei wem ich neue Motivation bekommen kann. Ich bin optimistisch und kreativ. Der Rest ergibt sich (hoffentlich) – learning by doing!
Auf Deiner Website von Frogroggas ist nachzulesen, dass Du bereits einige Preise auf dem Feld des Modedesigns eingeheimst hast. Inwiefern haben Dir diese bei Deiner Existenzgründung helfen können?
Meine Preise stehen im Lebenslauf und schaffen hoffentlich einen guten Eindruck. Allerdings haben sie nichts mit ‚Frogroggas‘ zu tun. Aus diesem Grund haben sie eigentlich nichts mit der Gründung zu tun. Für mich persönlich sind sie jedoch wichtig, da sie eine Bestätigung für meine Ideen und Arbeit sind!
Wie gewinnst Du neue Kunden? Betreibst Du aktiv Marketing? Wenn ja, wie?
Momentan beschränkt sich mein Marketing auf reine Mundpropaganda. Allerdings muss sich da jetzt was ändern. Deshalb gestalte ich gerade eine(n) Flyer/Broschüre und Annoncen für Familienmagazine. Der Bereich Marketing ist eine der Baustellen, an denen ich gerade arbeite.
Wie wichtig ist Deine Website, um neue Kunden zu gewinnen und zu binden?
So genau kann ich das gar nicht sagen. Meine Homepage www.frogroggas.de ist erst seit ein paar Wochen online. Kunden gewinne ich momentan eher über den Online-Shop bei dawanda oder vis-à-vis, z.B. auf Märkten. Ich habe in der letzten Zeit feststellen müssen, dass gerade ältere Leute nicht viel mit Webseiten und E-Mails am Hut haben. Doch gerade Omas, Opas, Tanten und Onkels haben an Frogroggas Gefallen gefunden – eben nicht nur Diejenigen, für die der PC samt World Wide Web etwas Alltägliches ist. Folglich ist mir meine Webseite samt Shop und dem Profil auf Facebook zwar wichtig um mich zu präsentieren. Kundenbindung jedoch kann man nur durch erbrachte Leistungen schaffen.
Seit wann gibt es Dein Modelabel nun bereits, und wo kann man Dich das Jahr über antreffen (Messen, Wettbewerbe, Events etc.)?
Als Nebengewerbe betreibe ich Frogroggas jetzt seit März 2009. Für dieses Jahr im Oktober ist dann der Vollerwerb geplant. Meine zwei noch kommenden Highlights in diesem Jahr ist die Modenschau inklusive Verkaufsstand beim Oldtimer-Weinfestival auf dem Weingut Deppisch in Erlenbach bei Marktheidenfeld am 11. und 12. September, sowie die Austellung ‚Kunst & Handwerk‘ vom 02. bis 12. Dezember im Fembohaus Nürnberg. Natürlich kann man alle Termine auch auf meiner Webseite nachlesen. Und wer es nicht abwarten kann darf gerne einen Termin vereinbaren und zu mir kommen.
Wie sehen Deine kurzfristigen und langfristigen Ziele mit Frogroggas aus? Wo siehst Du Dich und Frogroggas in 10 Jahren?
Kurzfristig gesehen wünsche ich mir natürlich einen super Start in die Selbstständigkeit. Dass meine Visionen des Businessplans Realität werden und nicht als Utopien enden. Langfristig gesehen soll Frogroggas kein Modeimperium werden, sondern da wünsch ich mir ein Atelier für Kinderbekleidung, in dem ich einst Praktikum gemacht habe. Vielleicht in der Kombination mit einer kleinen Kaffee-Ecke.
Sarah, vielen Dank für das nette und informative Gespräch.
Positive Thinking: Ängste auflösen und loslassen
Lieber Leser,
wer kennt das nicht: Flugangst, Klaustrophobie, Höhenangst. Angst vor Schlangen, Spinnen, dunklen Räumen. Angst vor dem Auftritt vor hunderten von Menschen, Angst vor Misserfolg, Verlustangst.
Vermutlich haben die Meisten unter uns zumindest eine dieser Ängste selbst schon mal im Verlaufe des bisherigen Lebens kennengelernt. Der ein oder andere kann die Angst “erfolgreich” verdrängen und irgendwo im Hinterstübchen des Bewusstseins einschließen. Andere wiederum sind weniger “erfolgreich” und leben womöglich ständig mit dieser Angst. Vermutlich mehr schlecht als recht. Und nochmals Andere machen etwas ganz Anderes: Weder verdrängen sie die Angst, noch verzweifeln sie daran – nein – sie akzeptieren ihre Angst, machen sie sich bewusst und versuchen sie zu verarbeiten. Im ersten Schritt erscheint das wahrscheinlich Vielen als unglaublich anstrengend und unter Umständen schmerzhaft. Da kommt dann schnell mal die berüchtigte Angst vor der Angst auf den Plan. Eine wirklich nicht ganz einfache Situation. Denn wer beschäftigt sich denn schon gerne freiwillig mit den eigenen Ängsten und Angstzuständen? Wohl die Wenigsten unter uns. Und doch ist es wohl so, dass nur die dritte Variante einen Heilungsprozess herbeirufen und zu einer tatsächlichen Auflösung des Problems bzw. zu einer Heilung führen kann.
Betrachten wir das Ganze einfach mal an einem konkreten Beispiel der frei erfundenen Person Peter:
Peter ist seit wenigen Wochen und Monaten Existenzgründer. Er hatte sich wenige Monate zuvor dazu entschlossen seinen alten Job als Marketingberater bei einer größeren Agentur in Frankfurt hinzuschmeißen und stattdessen den steinigen und langwierigen Weg der Existenzgründung zu gehen. Voller Tatendrang machte er sich Tag und Nacht Gedanken zu seiner Geschäftsidee des selbstständigen Marketingberaters, besprach sie mit Familie, Freunden und sonstigen “Beratern”, die ihn unterstützen. Den nötigen Businessplan hatte er innerhalb weniger Wochen geschrieben und das Businesskonzept kam sehr positiv bei potentiellen Geldgebern und Investoren an, sodass er sich an der nötigen Finanzspritze erfreuen konnte. Die nächsten Schritte lauteteten: Aufbau von Corporate Identity und Design mit allem was dazu gehört – von Logo über Geschäftsausstattung und Webauftritt. Schnell war auch das erledigt. So konnte es weitergehen!
Nun hieß es: Kunden gewinnen. Und das am besten schnell, einfach und in großer Zahl. Doch das sollte sich in den ersten Wochen und Monaten alles andere als einfach gestalten. Nach und nach stieg in Peter ein Gefühl des Unbehagens auf. Hatte er etwas falsch gemacht? War seine Geschäftsidee doch nicht so gut wie er meinte? Machte er das Falsche oder schlichtweg zu wenig Marketing? In der Folge befielen Peter immer wieder Zweifel und Ängste. Sein Glaube an die eigenen Fähigkeiten und die positive Grundhaltung, der ihn in den ersten Monaten getragen und ausgezeichnet hatte, war auf einmal auf die Größe einer Kaugummipackung geschrumpft. Und wenn dann auch noch ständig Fragen aus dem Familien- und Bekanntenkreis kamen, wie die Existenzgründung denn anlaufen würde, trug das auch nicht gerade zu einem besseren Gefühl bei, denn man wurde ständig daran erinnert, dass bisher nicht die Umsätze da waren, die man sich selbst gewünscht und vielleicht kalkuliert hatte.
So hatte Peter also mehr und mehr mit Existenzangst zu kämpfen. Und nicht nur das: Auch seiner Partnerin gegenüber fühlte er sich in gewisser Weise schlecht, hatte er doch in der derzeitigen Situation nicht das Gefühl, dass er sie hinreichend beschenken und verwöhnen konnte. Da waren die Zeiten als Angestellter im Vergleich dazu doch gar nicht so schlecht, oder?! Aber nein, er hatte sich nun für diesen Weg entschieden. Er konnte jetzt nicht gleich wieder den Löffel hinschmeißen. Wie konnte er aber in der aktuellen Situation mit seinen Ängsten, Zweifel und Unsicherheiten locker, enspannt und selbstbewusst durchs Leben gehen und gleichzeitig noch neue Kunden und Projekte für sich gewinnen?
Kurz gesagt: Vermutlich kaum oder gar nicht. Peter musste also etwas in seinem Inneren ändern. Er musste lernen seine Ängste zu akzeptieren und gleichzeitig loszulassen. Wie konnte er das schaffen?
Als Erstes versuchte er seine Ängste, Zweifel und negativen Gefühle in Worte zu fassen und schrieb sie nieder. Jetzt konnte er schwarz auf weiß sehen und begreifen, was ihn immer wieder beschäftigte und blockierte. Das ermöglichte ihm, das Ganze nun offen und laut auszusprechen und mit Bezugspersonen (die das Ganze auch tangierte, z.B. der Partnerin) darüber zu sprechen. Das hatte eine lösende Wirkung auf Peter und sein Innenleben. Er musste nun keine Angst mehr vor etwas haben, das an die Oberfläche gekommen war und bereits damit begann sich aufzulösen. Gleichzeitig arbeitete er wieder an einer positiven Grundhaltung indem er seine Ängste mehr und mehr akzeptierte und dankbar dafür war, dass sie da waren. Denn im Endeffekt waren die Ängste nichts Schlechtes. Sie warnten ihn vor etwas, das er nicht wollte. Allerdings war er selbst dafür verantwortlich, dass die Ängste seine gesamte Denkweise und Grundhaltung beeinflussten. Sie übernahmen quasi das Kommando, und Peter konnte nicht mehr seine ursprüngliche positive Energie fließen lassen. Doch da er nun offen mit ihnen umging, erschienen die Ängste auf einmal gar nicht mehr so groß. Er hatte so langsam wieder das Gefühl das Steuer in der Hand zu halten, und er konnte wieder besser loslassen und positive Energie spüren. Je mehr positive Energie er aufbaute, desto lockerer, entspannter und selbstbewusster konnte er wieder seiner täglichen Arbeit nachkommen und auf Kundenakquise gehen. Und plötzlich, er konnte es sich selbst nicht wirklich erklären, kamen die ersten konkreten Kundenanfragen und schließlich auch Aufträge ins Haus geflattert.
Peter hatte aus dieser Zeit ein paar ganz wichtige Dinge lernen können:
1. Ängste sind dazu da, um sie sich bewusst zu machen und aufzulösen. Ein Verdrängen oder Verzweifeln führt nicht zu dem gewünschten Ziel, nämlich der Auflösung der Ängste. Sie werden dadurch eher größer, intensiver und schmerzhafter.
2. Mit einer negativen Grundhaltung kommt man ganz schnell mal in eine negative Spirale, die immer mehr schlechte Erfahrungen etc. anzieht. Daher sollte man versuchen, wenn man mal wieder in ein “Loch” fällt, mit positiven Gedanken und Gefühlen gegenzusteuern.
3. Loslassen ist die Voraussetzung für ein entspanntes und glückliches Leben: Wer an etwas verkrampft festhält, so wie Peter dies tat, da er umbedingt neue Kunden gewinnen und dies praktisch mit der Brechstange erzwingen wollte, wird vermutlich meistens eher frustriert auf der Strecke bleiben und das eigenliche Ziel nicht erreichen. Auch wenn es mal schwierige Phasen im Leben gibt, sollte man versuchen Ruhe zu bewahren und sich klar machen, dass auch diese heikle Situation etwas Gutes für sich hat, denn man muss innere Stärke entwickeln und mutig vorangehen. Auf diese Weise entwickelt sich der Mensch wieder ein Stück weiter und wird bei der nächsten ähnlichen Situation weitaus entspannter damit umgehen können, da er sich und sein Inneres in der Zwischenzeit stärken und weiterentwickeln konnte.
Wahrscheinlich waren oder sind die meisten der Freiberufler, Selbstständigen und Unternehmer mal an einem Punkt angekommen, an dem es gefühlsmäßig nicht mehr weiterging. Aber das gehört wohl einfach zur Selbstständigkeit dazu. Man muss es akzeptieren oder sich doch lieber in ein vermeintlich sicheres Angestelltenverhältnis begeben.
Frage in die Runde: Wie ist es den Selbstständigen unter Euch ergangen oder wie ergeht es Euch aktuell? Könnt Ihr Euch in die Lage von Peter versetzen? Was waren oder sind die Ängste, denen Ihr im Zusammenhang mit der Existenzgründung und Selbstständigkeit begegnet seid?
2009 schwächstes Jahr des Venture Capitals in den USA
Schlecht für Existenzgründer und Start-ups: Infolge der Finanzkrise geht laut Internet World Business das Jahr als das schlechteste in die Annalen des Venture Capitals in den USA. Infolge der Finanzkrise sanken die Ausgaben der Investoren auf den tiefsten Stand seit 2004 auf ca. 14 Milliarden US-Dollar.
Im ersten Quartal 2010 war jedoch eine Trendwende erkennbar. Investoren gaben wieder mehr Geld aus. Laut Dow Jones LP Source sammelten 34 Fonds rund 4,1 Milliarden US-Dollar oder 41 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2009 ein. Marktbeobachter deuten dies als Zeichen, dass sich der Markt in 2010 für Beteiligungen und Übernahmen wieder belebt.
Geschäftskonto – was müssen Existenzgründer beachten?
Lieber Leser,
heute geht es in einem Gastbeitrag um das spannende Thema “Geschäftskonto – was müssen Existenzgründer beachten?”. Der Autor Oliver Schulz ist Betreiber des Finanzportals www.girokonto-news.de, welches unter anderem kostenlose Girokonten vergleicht.
Viel Spaß bei der Lektüre!
Sie sind Existenzgründer und benötigen ein Konto? Sehr schnell werden Sie fest stellen, dass Banken unterscheiden zwischen privaten Konten und Geschäftskonten. Worauf Sie achten müssen erfahren Sie hier:
1. Welche Bank
Die Wahl der richtigen Bank ist entscheidend. Nehmen Sie sich also Zeit gut zu vergleichen. Dafür hat jede Bank eine Abteilung im Existenzgründerbereich. Dort finden Sie in jedem Fall Ihren Ansprechpartner. Für qualitative Informationen sollten Sie zum Banktermin einen Geschäftsplan dabei haben. So können Sie sich von jeder Bank gleich im Vorfeld verschiedene Kontomodelle anschauen, je nachdem wie die zu erwartenden Transaktionen auf Ihrem Geschäftskonto laufen.
Grob zusammen gefasst sollten Sie also:
- Einen Geschäftsplan erstellen
- Termine mit der Abteilung für Existenzgründer vereinbaren
- Mehrere Banken miteinander vergleichen
2. Konditionen
Konto ist nicht gleich Konto. Zahlen Sie nur für Zahlungsausgänge oder auch für Zahlungseingänge eine Gebühr? Wie hoch ist die Grundgebühr?
Gibt es verschiedene Kosten für In- und Auslandsüberweisungen? Wie sieht es mit dem Kontokorrentkredit aus? Fragen und Fragen auf die nur Ihre Bank eine Antwort weiß. Damit Sie möglichst viele Antworten kennen sollten Sie auch die Geschäftskonto-Konditionen vergleichen. Die wichtigsten Punkte dabei sind:
- Monatliche Grundgebühr
- Transaktionskosten
- Kontokorrentkredit
- Überziehungszinsen (in den Kontokorrentkredit hinein)
- Duldungszinsen (außerhalb des Kontokorrentkredites)
- Guthabenszinsen
3. Das Kleingedruckte
Wie bei jedem Vertrag müssen Sie auch beim Geschäftskonto auf das Kleingedruckte achten. Sie zahlen keine Transaktionsgebühren? Prima. Was Sie im Kleingedruckten überlesen haben ist, dass dafür mindestens 15.000 € monatlich eingehen müssen. Achten Sie beim Kleingedruckten also auf:
- Kündigungsfristen
- Kopplung von Gebührenerlass, -ersparnis an Mindesteingang
- Abschlussgebühren
An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass Informationen auf verweisende Websites als informativ und seriös erachtet werden. Eine Vollständigkeit bzw. Richtigkeit kann von Seiten des Kwerdenkers allerdings nicht garantiert werden.
Nachgehakt: Heißt es eigentlich selbstständig oder selbständig?
Liebe Leser,
heute gibt es einen kleinen Beitrag – besser gesagt eine kurze Aufklärung, speziell für alle Selbstständigen. Oder wird es Selbständigen geschrieben? Habt Ihr Euch nicht auch schon mal gefragt, wie es denn nun eigentlich richtig heißt: Selbstständig oder selbständig? Früher, vor der unnützen Rechtschreibreform war die Sache klar. Da hieß es ganz klar selbständig. Punkt. Aus.
Und heute? Wie heißt es denn nun korrekt? Selbstständig oder selbständig? Oder geht sogar beides?
Die Lösung spuckt der Duden aus. Es gehen beide Varianten!
Also selbstständig UND selbständig. Hier noch der Beweis, gefunden unter www.duden-suche.de:
selbstständig (Artikelvorschau)
selbst|stän|dig, selbständig <Adj.> [zu frühnhd. selbstand = Person, spätmhd. selbstēnde = für sich bestehend]: a) unabhängig …
Quelle: Duden – Deutsches Universalwörterbuch, 6., überarbeitete Auflage. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag 2007.
Damit wäre die Sache nun auch geklärt.
In unserer nächsten Deutschstunde für “Runaways” wird die Frage geklärt, ob es eigentlich DAS Blog oder DER Blog heißt.
Kwerdenker-Buchempfehlung für Existenzgründer: “keine große sache”
Liebe Leser,
heute gibt es eine Buchempfehlung in Sachen Existenzgründung: “keine große sache”. Geschrieben wurde das Werk von Vanessa Kullmann, der Gründerin von Balzac Coffee, die 1998 ihren ersten kleinen Coffee Shop in Hamburg eröffnete und inzwischen mehr als 30 Filialen aufgebaut hat.
In ihrem Buch gibt sie einen wunderbaren Einblick, wie die Idee für Balzac Coffee entstand, wie sie der Umsetzung Stück für Stück näher kam, welche Hürden und Schwierigkeiten bestanden und wie sie letztendlich an ihrem Ziel – ihrem eigenen Coffee Shop – angekommen ist.
Vanessa Kullmann beschreibt sehr gut, was ein Existenzgründer bzw. Unternehmer für das Dasein als Selbstständiger alles mitbringen sollte. Ich habe einige Punkte aus ihrem Buch aufgegriffen und durch meine persönlichen Erfahrungen ergänzt.
- Eine Geschäftsidee, von der der jeweilige Existenzgründer absolut überzeugt ist und es ihm auch gelingt andere davon zu überzeugen
- Motivation bis zum Abwinken: Auch wenn es mal Frust gibt, sei es aufgrund von Rückschlägen, der deutschen Bürokratie, Streitereien oder sonstigen Hürden
- Geduld und Ausdauer: Nicht selten muss ein Unternehmer speziell in der Gründungsphase sehr viel und hart arbeiten, da Prozesse einfach noch nicht richtig eingespielt sind, Produkte noch nicht zu 100 Prozent ausgereift sind oder schlichtweg gewisse Dinge noch nicht fertig sind. Geduld ist eine Tugend und was lange währt wird endlich gut!
- Durchsetzungsvermögen: Nicht selten wird man gerade zu Beginn, wenn die Erfahrung noch fehlt, gerne mal als Greenhorn betrachtet, nicht ganz ernst genommen und belächelt. Im schlimmsten Fall sogar bei einem Geschäft über den Tisch gezogen. Da heißt es manchmal die Ellbogen ausfahren. Nicht unfair werden, aber doch zeigen, dass man nicht alles mit sich machen lässt, voll bei der Sache ist und auch mal Nein sagen kann, wenn es sein muss
- Gelassenheit entwickeln und sich Pausen gönnen: Es funktioniert nicht, dass man wie ein Irrer und Gehetzter durch die Welt geht und gleichzeitig noch gute Laune und Freude versprüht. Deshalb ist es ganz eintscheidend, dass man sich zwischendurch auch Pausen gönnt. Pause bedeutet, wirklich mal abzuschalten und unter Umständen auch einfach mal gar nichts tun – die Seele baumeln lassen. Es bringt nichts, wenn man 24 Stunden am Tag ausschließlich an das Unternehmen denkt. Auf die Dauer winkt das Burn Out-Syndrom. Motivationslosigkeit und Ausgelaugtheit werden die Folge sein. Darum kann ich nur empfehlen: wenn nicht irgendwelche ganz dringende Projekte oder Aufgaben auf dem Tisch liegen, einfach mal etwas früher Feierabend machen und den Rest des Tages “bewusst” mit der Familie oder in einem sonstigen ruhenden Umfeld genießen. Das wirkt Wunder, und die Arbeit macht am nächsten Tag doppelt Spaß!
- Immer das Ziel vor Augen haben: Ohne Ziele geht es nicht. Wer keine Ziele hat wird durch die Welt irren und nichts erreichen können. Eine sinnvolle Methode ist es ein oder mehrere langfristige Ziele zu definieren und diese auch niederzuschrieben. Dann hat man diese Ziele schwarz auf weiß vor sich liegen und kann, wenn die Energie mal wieder etwas im Keller ist, das Blatt Papier mit den definierten Zielen aus der Schublade holen und sich der Ziele wieder voll und ganz bewusst werden. Um das langfristige Ziel erreichen zu können bedarf es allerdings kleinerer Etappenziele, die man ebenfalls aufschreiben sollte. Diese helfen einem dabei in kleinen Schritten dem großen Ziel immer näher zu kommen
Das Buch “keine große sache” ist absolut empfehlenswert, ganz egal ob man gerade mit dem Gedanken der Selbstständigkeit oder Existenzgründung spielt oder nicht. Das Buch ist informativ und zugleich persönlich, da Vanessa Kullmann ihre persönlichen Erfahrungen dem Leser sehr gut näherbringt. In gewisser Weise fiebert man ihrem großen Ziel gemeinsam mit ihr regelrecht entgegen, um dann am Ende doch erstaunt darüber zu sein, was ein Mensch in der Lage ist zu erschaffen, wenngleich vielleicht niemand außer dieser Person an das große Ziel geglaubt hat.
Vanessa Kullmann hat es zweifellos geschafft. Nein, mehr als das. Ich denke, sie hat es sogar weit übertroffen!
Chapeau, Vanessa!
Jetzt meine Frage an Euch, liebe Leser:
Die oben genannten Punkte sind nur ein paar ausgewählte, derer sich jeder Existenzgründer, Selbstständige und Unternehmer bewusst sein sollte, um von Anfang an erfolgreich sein zu können. Die Liste könnte noch deutlich länger ausfallen. Was sind Eure Erfahrungen mit dem Thema Existenzgründung bzw. der Selbstständigkeit? Was ist Eurer Meinung nach darüber hinaus entscheidend für eine erfolgreiche Selbstständigkeit? Lasst mich und den Rest der Leserschaft wissen, was Eure Gedanken hierzu sind. Ich bin gespannt!
Kurz erklärt: Businessplan
Liebe Leser,
heute geht es um das spannende Thema Businessplan und alles was dazu gehört – im Schnelldurchlauf.
Viel Spaß beim Lesen!
Ein Businessplan (engl. business plan) ist nicht anderes als ein anderer Ausdruck für Geschäftsplan, welcher eine schriftliche Zusammenfassung eines unternehmerischen Vorhabens darstellt. Hierzu zählen Ziele, Strategie und Maßnahmen etc. Die Zusammenfassung besteht in der Regel aus Informationen zu:
Geschäftsidee und dem Hintergrund dazu, Aufbau und Struktur der Unternehmung, dem jeweiligen Produkt oder der Dienstleistung, Geschäftsinhabern oder Geschäftsführern, Partnern und Kooperationen, Marketing und Vertrieb, Zielgruppen, Marktstruktur und Wettbewerbsanalyse, Personalplanung, SWOT-Analyse, Meilensteine und – ganz wichtig – Finanzteil mit Kapitalbedarfsplan, Liquiditätsplan und Finanzierungsplan.
Speziell die Anforderungen beim Aufbau des Finanzteils variieren von Bank zu Bank und hängen obendrein auch stark von dem Umfang der neuen Unternehmung ab. Deshalb sollte bereits im Vorfeld in einem Gespräch mit der Hausbank oder einer anderen Bank geklärt werden, was im konkreten Fall gefordert wird.
Wann brauche ich solch einen Businessplan?
Eigentlich immer, wenn man eine neue Unternehmung gründen will. Zum einen hilft es dem Existenzgründer ungemein dabei sich über seine eigenen Ideen, Visionen und Vorstellungen klar zu werden, wenn er sie schwarz auf weiß vor sich liegen hat. Er erkennt sehr schnell, wo es noch Lücken oder Verbesserungsbedarf gibt. Zum anderen braucht er solch einen Businessplan, wenn er seine Geschäftsidee nach außen verkaufen möchte um bei Banken, Investoren, Business Angels, Bürgen oder sonstigen Insitutionen und Personen vorsprechen zu dürfen, um beispielsweise Kredite oder Investorkapital zu beantragen.
Ein Businessplan sollte nie als ein starres Gebilde betrachtet werden, welches man einmal schreibt und dann in die Ecke gelegt wird. Ganz im Gegenteil: Ein Businessplan ist ein sehr dynamisches Dokument, welches sich mit der Zeit immer wieder verändert und weiterentwickelt. Insbesondere der Finanzteil ist ein ungemein hilfreiches Werkzeug um Ziele, Budgets und Umsatz- und Ertragsprognosen im Auge zu behalten. So kann man jederzeit feststellen, ob man richtig kalkuliert hat und ob sich die ursprünglichen Prognosen bewahrheiten oder nicht. Wenn man feststellt, dass man nicht mehr auf dem richtigen Weg ist muss man entsprechende Maßnahmen ergreifen um wieder in die Spur zu kommen.
Daher rate ich jedem Existenzgründer auf jeden Fall einen Businessplan zu schreiben. Ganz egal ob Fremdkapital benötigt wird oder nicht. Am Besten sollte man vorab kurz bei der Hausbank und zwei weiteren Bankinstituten oder Sparkassen nachhaken. Diese geben gerne Auskunft dazu und geben normalerweise auch Informationsmaterialien raus, welche Tipps zum Aufbau des Businessplans geben. Darüber hinaus ist es sinnvoll mit der nächsten IHK (Industrie- und Handelskammer) zu sprechen, welche ebenfalls hilfreiche Tipps geben. Wer sich überhaupt kein Bild davon machen kann, wie solch ein Businessplan anzufertigen ist sollte darüber nachdenken, einen Gründungsberater anzusprechen, die darauf spezialisiert sind Existenzgründern beim Umternehmensaufbau zu helfen. Hierzu können ebenfalls die Industrie- und Handelskammern Auskunft geben.
Der Kwerdenker selbst wird in den nächsten Wochen eine Mastervorlage für einen Businessplan anfertigen, welche über den Blog bestellt oder heruntergeladen werden kann. Ich halte Euch diesbezüglich auf dem Laufenden. Wer vorab aber schon Antworten auf Fragen braucht, kann gerne eine PN an info@kwerdenker-blog.de senden.
Serie “Meine Geschäftsidee” – Teil I: die Vorbereitung – 5 Schritte
Liebe Leser,
heute geht es mit einer neuen Serie – besser gesagt – der ersten Serie innerhalb des Kwerdenker-Blogs los: Das Thema: “Meine Geschäftsidee”. Wir gehen also gleich in die Vollen. Die Serie soll angehenden Existenzgründern ein paar wichtige Hinweise und Tipps geben, was zu welcher Zeit beim Gründen zu beachten ist. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen dieser Serie.
5 Schritte zu einer erfolgreichen Vorbereitung einer neuen Geschäftsidee:
1. Sprechen Sie über Ihre Geschäftsidee – aber mit den passenden Ansprechpartnern
Eine Idee für eine neue geschäftliche Herausforderung muss reifen. Ich habe noch nie gehört, dass jemand die “ultimative” Geschäftsidee morgens am Frühstückstisch hatte, die er dann 1:1 umsetzte. Eher ist es so, dass man eine Idee hat und diese dann nach und nach weiterentwickelt. Dieser Prozess wird einige Zeit in Anspruch nehmen, in der man seine Idee durchaus erst mal für sich behalten sollte. Denn nicht selten stößt man schon relativ schnell auf gewisse Grenzen, die die Idee zu einer Schnapsidee werden lassen, die man wieder in der Schublade verschwinden lässt. Oder aber die ursprüngliche Idee entwickelt sich zu einer wirklich guten und “ausgereiften” Idee. Wenn sich erste Konturen entwickeln, macht es Sinn die richtigen Ansprechpartner in den neuen Schlachtplan einzuweihen. Aber woher weiß man, wer die richtigen Ansprechpartner sind?
Zu den richtigen Ansprechpartnern zählen Menschen, die unter Umständen selbst Unternehmer sind oder waren und Erfahrung mit solchen Situationen haben. Leute, die einen besser kennen als andere und bei denen man weiß, dass sie nicht gleich zu allem “Ja” und “Amen” sagen. Personen, die offen und optimistisch, gleichzeitig aber realistisch sind. Mit negativen Menschen kommt man speziell in solch einer Situation nicht weit, denn das zarte Pflänzchen, die Idee, muss erst mal genug Kraft entwickeln, um zu wachsen, bevor sie gleich eins auf die Mütze bekommt. Idealerweise sollte man obendrein noch mit Menschen sprechen, die im Bereich Existenzgründung aktiv sind. Hierzu zählen die freundlichen Mitarbeiter der Industrie- und Handelskammern (kurz: IHK), mit denen man ohne Weiteres ein erstes unverbindliches Beratungsgespräch vereinbaren kann, in dem die Geschäftsidee nähergebracht wird. Darüber hinaus ist es durchaus zu empfehlen, mit einem Existenzgründer-Coach zu sprechen, welcher unter anderem über die jeweilige IHK vermittelt werden kann und täglich mit Existenzgründern zu tun hat. Wenn Sie bereits wissen, dass Sie für Ihr Vorhaben eine Finanzspritze benötigen werden, sollten Sie auch gleich ein erstes “Orientierungsgespräch” mit dem Bankberater Ihrer Hausbank führen. Dieser kann Ihnen dann gleich erste Tipps und Informationen geben, die Sie für das weitere Vorgehen benötigen, beispielsweise Informationen zu Businessplan und Fördermöglichkeiten.
Sollten Sie in dieser Phase doch an den oder anderen Kritiker oder Pessimisten geraten, lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Planen Sie sorgfältig einen Schritt nach dem anderen. Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!
2. Geben Sie sich und Ihrer Geschäftsidee ausreichend Zeit
Setzen Sie sich zeitlich betrachtet ambitionierte Ziele, aber setzen Sie sich selbst nicht zu sehr unter Druck. Denn das Letzte, was Sie gleich von Beginn an brauchen können sind Zeitdruck und fehlende Lockerheit.
Zugegebenermaßen ist es alles andere als einfach einen Zeitstrahl zu setzen und zu wissen im Monat x gehen die Vorbereitungen zur neuen Geschäftsidee los, und im Monat Y sind Sie schon mitten drin im Geschäft. Machen Sie sich nichts vor, und bleiben Sie realistisch! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man sich gerne ambitionierte Zeitziele setzt, die dann doch wieder nicht eingehalten werden. Das muss nicht immer an einem selbst liegen, ist man doch immer wieder auch von anderen Menschen und Dienstleistern abhängig. Beispielsweise hat der Grafikdesigner gerade so viel um die Ohren, dass er das neue Logo und die neuen Visitenkarten und Briefpapiere nicht wie geplant gestalten konnte. Der Programmierer konnte noch nicht mit der Umsetzung der neuen Website beginnen, da er erst mal die Design- und Layoutvorgaben des Grafik- oder Webdesigners braucht. Und das Schreiben des Businessplans dauert am Ende doch länger als gedacht, weil man bei dem ein oder anderen Thema auf unerwartete Probleme oder Ungereimtheiten stößt.
Diese Kette lässt sich vermutlich unendlich lange fortsetzen.
Daher mein Tipp: Planen Sie grundsätzlich bei all Ihren Vorbereitungen einen ordentlichen Zeitpuffer ein. Ob Sie nun einen Monat früher oder später an den Markt gehen, spielt nur in den wenigsten Fällen eine gravierende Rolle. Nehmen Sie sich lieber ein paar Tage mehr Zeit als dass Sie am Ende mit überhasteten Aktionen und daraus resultierenden Fehlern unter Umständen mehr Zeit vergeuden als mit einer “ruhigen Hand”.
3. Bauen Sie ein fruchtbares Netzwerk auf
Nicht selten ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg oder Misserfolg einer Unternehmung, ob man ein gutes und fruchtbares Netzwerk besitzt. Daher sollte diesem Punkt eine äußerst hohe Gewichtung beigemessen werden. Und das von Beginn an. Weihen Sie frühzeitig eventuelle Geschäftspartner und Kollegen in Ihre Idee ein und stecken Sie die Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammenarbeit ab. Dies wird Ihnen (Planungs-)Sicherheit geben und, sofern es die Strukturen hergeben, gleichzeitig weitere Kundengewinnungs- und Vertriebskanäle schaffen, die speziell am Anfang, wenn unter Umständen noch kein eigener Kundenstamm besteht, Gold wert sein können.
Kontaktieren Sie lokal oder regional ansässige Business- und Marketingclubs, und wählen Sie die für Sie passenden aus. Über solche Clubs wird sich Ihr Netzwerk, Ihr Knowhow (durch den Austausch mit Gleichgesinnten sowie regelmäßige Fachvorträge) und hoffentlich auch Ihr Kundenstamm nach und nach mehr aufstocken.
Halten Sie in Business- und sozialen Netzwerken Ausschau nach passenden Gruppen und Personen und verbinden Sie sich mit diesen. Nicht selten entstehen hierdurch weitere gewinnbringende Verknüpfungen. Hierzu zählen zum Beispiel XING und LinkedIn.
4. Schreiben Sie auf jeden Fall einen Businessplan
Viele glauben, ein Businessplan sei nur dann sinnvoll, wenn man bei Geldgebern – sprich Banken, Investoren oder Business Angels – vorsprechen und die Geschäftsidee präsentieren muss. Nach meiner Erfahrung sollte man das aber davon abgekoppelt betrachten. Ein Businessplan ist das Regiebuch für den zukünftigen Spielfilm “Meine Geschäftsidee”, das alle Facetten von der Vision, über den Marketingmix und Zielgruppen bis zur Finanzplanung enthält. Je mehr der Entrepreneur sich in seine Idee hineindenken und Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken ausformulieren muss, desto präziser und erfolgsversprechender wird die Umsetzung aussehen. Man wird Sie nachts um 3 Uhr aus dem Schlaf reißen können und Sie werden Ihre Vision in wenigen Worten messerscharf und klar auf den Punkt bringen und jede erdenkliche Frage zu Ihrem Vorhaben beantworten können. Das funktioniert allerdings erst, wenn Sie Ihre Geschäftsidee von vorne bis hinten verinnerlicht haben.
Dieses Verinnerlichen hat noch einen weiteren Pluspunkt. Indem Sie sich so intensiv mit der ganzen Thematik auseinandersetzen werden Sie mehr und mehr an Selbstsicherheit und Vertrauen in Ihre Fähigkeiten entwickeln. Genau die richtigen Zutaten für ein erfolgreiches Start-up!
5. Bauen Sie eine innere Stärke auf, und behalten Sie Ihr großes Ziel im Auge
Ob man es glauben mag oder nicht. Ich bin davon überzeugt, dass aller Erfolg oder Misserfolg in erster Linie von dem Inneren eines Menschen in die Wege geleitet wird. Gehe ich beispielsweise mit einer positiven Grundhaltung an eine Aufgabe heran werde ich diese mit großer Wahrscheinlichkeit zufriedenstellend meistern. Gehe ich hingegen mit Skepsis oder gar Zweifel an eine Sache heran ist ein Misserfolg oder sind zumindest Hürden zu erwarten. Daher kann ich nur empfehlen gleich von Anfang an mit einer positiven und optimistischen inneren Einstellung das Thema Existenzgründung anzugehen. Es ist ganz entscheidend, dass Sie an sich, Ihre Fähigkeiten und natürlich Ihre Geschäftsidee glauben. Denn wer sonst, wenn nicht Sie, soll aus Ihrem zukünftigen Unternehmen einen Erfolg machen? Lassen Sie sich durch Rückschläge oder übermäßige Kritik nicht aus der Ruhe bringen. Dass auf Ihrem Weg Steine liegen würden war anzunehmen oder zumindest nicht auszuschließen. Aber ein Stein ist nur so groß, wie man es selbst zulässt. Konzentrieren Sie sich auf Ihr großes Ziel – Ihre Geschäftsidee – und verinnerlichen Sie sich dieses immer wieder. Lesen Sie ruhig mehrmals Ihren Businessplan durch, denn er enthält all Ihre Gedanken und Visionen, die Sie in der Zukunft Wirklichkeit werden lassen. Stellen Sie sich bildlich vor, wie Ihr neues Büro ausgestattet sein wird und genießen Sie den Ausblick aus Ihren neuen Räumlichkeiten. Spüren Sie, wie es sich anfühlen wird, wenn Ihnen die ersten Kunden gegenübersitzen und Ihr Angebot unterschreiben werden. Stellen Sie sich vor, wie die Verkaufszahlen Ihrer Produkte von Tag zu Tag steigen werden, und spüren Sie die damit einhergehende Zufriedenheit in Ihnen aufkeimen. Solche Methoden helfen einem auf wunderbare Weise die eigenen Ziele – speziell natürlich das große Ziel – die Geschäftsidee – nicht aus den Augen zu verlieren und gleichzeitig eine innere Gelassenheit und Stärke zu entwickeln, die die Voraussetzung für eine erfolgreiche Gründungsvorbereitung darstellen.
Können Sie Ihre Geschäftsidee und Ihre Ziele im Moment „fühlen“? Probieren Sie es mal aus – es funktioniert!
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