Liebe Leser,
wahrscheinlich kennt das jeder von uns: eine Phase des allseits gefürchteten, aber früher oder später nicht zu vermeidenden, kreativen Lochs. Eine Zeit, in der wenig oder sogar nichts mehr geht. Man kann sich noch so sehr bemühen, aber es wollen einfach keine kreativen Einfälle und Ideen sprießen, wachsen und gedeihen. Und man fragt sich: “Hallo, bin ich noch derselbe Mensch bzw. wann finde ich wieder aus diesem Zustand der Einfallslosigkeit, Unkreativität und Leere wieder heraus?” Auf den Punkt gebracht: Wann sehe ich die Welt um mich herum wieder mit einem wachsamen und aufmerksamen Auge? Wann nehme ich all die Dinge um mich herum, die mich inspirieren, zum Nachdenken anregen, beflügeln und nach vorne bringen, wieder bewusst wahr?
Auch wenn ich Biathlon noch nie aktiv betrieben habe, so stelle ich mir doch vor, dass sich ein Biathlet so fühlen muss, wenn er ein paar Schüsse neben die Scheibe setzt und sich auf den Weg in die Strafrunde macht. Es geht voran, aber irgendwie doch nicht, sieht man die anderen um sich doch auf der eigentlichen Laufstrecke davongleiten. Es ist wohl ein Zustand, der mit unendlichen Runden in einem Hamsterrad vergleichbar ist. Man kann in solchen Momenten noch so sehr versuchen, Kreativität mit der Brechstange zu erzeugen – es wird wohl nur in den seltensten Fällen Früchte tragen. Und wenn überhaupt, dann wird man höchstwahrscheinlich trotzdem (weit) unter seinen Möglichkeiten bleiben.
Solltet Ihr Euch derzeit ähnlich fühlen, dann wird es Zeit, diesen Zustand einfach mal in Ruhe zu betrachten und in Euch hineinzuhören. Die Brechstange sollte man direkt in die Tonne kloppen, es sei denn man MUSS kreativ sein – z.B. für ein aktuelles Kundenprojekt, das unbedingt zeitnah fertig werden muss. Sollte die Möglichkeit einer “Auszeit” bestehen, wäre es angebracht sich diese auch zu gönnen, denn es gilt wieder mal Ruhe zu bewahren, sich zurückzulehnen und die Welt um einen herum bewusst wahrzunehmen. Irgend etwas scheint innerlich zu blockieren. Offensichtlich gibt es etwas, das den Kreativitätsfluss behindert. Man scheint sprichwörtlich auf dem berühmten Schlauch zu stehen, durch den kein Wasser bzw. Kreativität fließen kann.
Gab es in letzter Zeit einfach zu viel Stress, Arbeit oder finanziellen Druck? Gibt es Hürden und Herausforderungen auf persönlicher Ebene? Gilt es wichtige Entscheidungen zu treffen, die alles andere als leicht fallen?
Man sollte sich die Zeit nehmen – sofern möglich – um der Sache auf den Grund zu gehen und es vor allem vermeiden unruhig zu werden oder sogar Verzweiflung aufkommen zu lassen. Man sollte den Zustand des kreativen Lochs einfach akzeptieren und versuchen sich klar zu machen, dass es im Inneren etwas gibt, das es “aufzuräumen” gilt. In einem vorangegangen Artikel auf Kwerdenker-Blog bin ich bereits auf das Thema In jeder Krise steckt eine Chance eingegangen. Hier kommen wir wieder bei diesem Thema an. Man sollte die Phase der Unkreativität nicht als Gefahr oder Problem betrachten, sondern vielmehr in die tieferen Schichten des Unterbewusstseins vordringen, denn die innere Ampel steht offensichtlich auf gelb oder sogar rot! Es gilt, diese wieder auf grün zu schalten, damit die positive Energie und damit einhergehend Kreativität fließen kann. Wie man das schaffen kann, nachfolgend zusammengefasst:
- Zurücklehnen, die aktuelle Situation des kreativen Lochs akzeptieren und die Herausforderung annehmen
- In sich hineinhören und der Sache auf den Grund gehen
- Hürden, Probleme und Ängste unterschiedlichster Art wahrnehmen und versuchen auszuräumen. U.U. sehr hilfreich in diesem Zusammenhang: die Dinge schwarz auf weiß zu Papier bringen, um die Punkte noch besser greifen zu können
- Die innere Einstellung und Gefühle regelmäßig abhören, inwiefern Kreativität zugelassen wird oder nicht. Immer wieder mal kreative “Gehversuche” starten. Wenn es fließt, laufen lassen. Wenn nicht, nicht unter Druck setzen
- Kleine Schritte zurück zur Kreativität wertschätzen und als Erfolg werten – und vor allem fühlen!
Auf diese Art sollte nach und nach die kreative Ader zurückkehren. Vermutlich wird es einem im Ganzen wieder besser gehen, und man wird sich wieder besser spüren können.
Fazit:
Sollte man in ein kreatives Loch fallen, sollte man die Gründe hierfür nicht im Äußeren, sondern im Inneren suchen!
Euch allen wünsche ich an dieser Stelle eine sensationell kreative Woche mit zahllosen kreativen Ergüssen und Ideen.
Herzlichst -
Euer Kwerdenker Steven























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