…oder was sich bei der heutigen Pressearbeit im Vergleich zu früher – vor dem Internetzeitalter – verändert hat.
Virales was, bitte schön? Virales Marketing – ganz richtig. Es wird ganz einfach deshalb als “viral” bezeichnet, weil sich Meldungen, Berichte, Artikel, Videos, Podcasts etc. dank unterschiedlicher Netzwerke und Dienste innerhalb des Internets virusartig wie eine Epidemie verbreiten. Aber keine Sorge: was sich ziemlich gefährlich anhört kann in Wirklichkeit ein echter Segen für marketingbewusste Freiberufler und Unternehmer sein.
Nehmen wir als Beispiel die Situation auf dem Todesstern in der sagenhaften Trilogie “Star Wars” von George Lucas, welche schätzungsweise jeder dritte Mensch in der westlichen Welt gesehen hat.
Stellen wir uns vor, Luke Skywalker wäre Marketingleiter bei dem Unternehmen “Erde” und er soll im Namen seines Geschäftsführers Obi-Wan-Kenobi eine Pressemitteilung bezüglich der Produkteinführung des neuen Bordcomputers R2D2 für die neueste Generation an Raumschiffen auf dem gesamten Todesstern verbreiten. Luke Skywalker macht sich an die Arbeit und denkt darüber nach seine frisch verfasste Pressemitteilung an den Chefredakteur des “Todesstern-Blatt” – Darth Vader – zu schicken, in der Hoffnung, dass Herr Vader in seiner neuesten Ausgabe des Todesstern-Blatt noch ein Plätzchen frei hätte und zudem das Thema noch als interessant für die eigene Leserschaft einordnen würde. Wenn das nicht der Fall wäre würde der Presseartikel direkt im Mülleimer landen oder unter einem traurigen Stapel anderer vernachlässigter Artikel ersticken. Und selbst wenn der Redakteur Vader den Presseartikel abdrucken würde, so würde das das Unternehmen Erde unter Umständen eine ganze Stange Geld kosten und nicht unbedingt die gewünschte Reichweite – den kompletten Todesstern – erreichen.
Aber Luke Skywalker war clever. Er hatte von einem Jedi-Ritter von dem Geheimnis des viralen Marketing gehört, welches sich Augenzeugen zufolge virusartig und unkontrolliert ausbreitete. Da er für seine Zwecke virale PR benötigte machte er umfangreiche Recherchen und kam schlussendlich zu folgenden Schlüssen:
- Pressemitteilungen konnten in der heutigen Zeit über dutzende nationale und internationale Presseportale problemlos verbreitet werden – ein Großteil dieser Portale war sogar kostenlos. Zudem konnte er sich den Weg über den unsympathischen Chefredakteur Darth Vader sparen, was ihm sehr recht war, da es Zeit und Geld sparte
- Durch die Verbreitung des Presseartikels über zahlreiche Portale konnte er eine viel größere Anzahl an Menschen als je zuvor erreichen – Journalisten, Redakteure, Unternehmen und (potentielle) Kunden zugleich
- Der Artikel würde sich viel schneller als jede herkömmliche Pressemitteilung über einen Pressedienst verbreiten, da das Internet dank der Suchmaschinen nie schläft
- Durch eine gute Kombination des Geschriebenen aus kurzen und klaren Sätzen und einer suchmaschinenfreundlichen Schreibweise mit Schwerpunkt auf bestimmte Schlüsselwörter wie “Virales Marketing” oder “R2D2″ würde der Presseartikel innerhalb der Suchmaschinen im Ranking klettern und die Meldung hinsichtlich der Produkteinführung des neuen R2D2 an Gewichtung zunehmen
- Dank der Verzahnung von diversen Online-Netzwerken wie Facebook, XING oder LinkedIn sowie Online-Diensten und -Tools wie Twitter, Social Bookmarks und RSS-Feeds, die Luke Skywalker in Form von Links in seine Pressemitteilung integrieren würde, würde sich die Nachricht über die Produkteinführung des R2D2 immer schneller und weiter ausbreiten. Gleichzeitig würden immer mehr Menschen die Website des Unternehmens besuchen und so wiederum für eine größere Relevanz in den Suchmaschinen sorgen, was zur Folge hätte, dass das Unternehmen Erde bei bestimmten Schlüsselwörten gut zu finden wäre. Indem mehr potentielle Kunden auf die Website gelangen würden, würde zudem der Kundenkontakt zunehmen und dadurch gleichzeitig der Absatz steigen
Schlussendlich hat sich Luke Skywalker für die Variante “Virales Marketing” entschieden und seinen Chef Obi-Wan-Kenobi und alle Jedi-Ritter mit dieser Maßnahme sehr glücklich gemacht. Den Chef deshalb, weil der Absatz des R2D2 förmlich abhob und eine Umsatzssteigerung von 50% mit sich brachte. Und die Jedi-Ritter wiederum waren dankbar, dass sie aufgrund der blühenden Umsatzzahlen endlich wieder “Licht” sahen – trotz Todesstern.
























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