Vor kurzem war ich auf der Art Karlsruhe, eine national und inzwischen auch international bekannte und anerkannte Kunstmesse, um mal wieder etwas kreativen Input und neue Anregungen zu bekommen. Ich muss sagen, der Besuch hat sich gelohnt, waren doch einige tolle Werke und Kreationen zu sehen. Was mich offen gesagt doch sehr überascht hat war, dass die Hallen an einem Donnerstagabend proppevoll waren. Da hat es mich im Nachhinein nicht überrascht zu lesen, dass wieder mal ein neuer Besucherrekord aufgestellt wurde – 43.500 Besucher kamen in den fünf Tagen aus dem In- und Ausland. Kunst scheint (derzeit oder wieder?!) IN zu sein, zumindest haben sich zahlreiche Kunstinteressierte bei dieser Ausstellung in Karlsruhe eingefunden. Schaut man sich mal die Ausstellerliste an muss man feststellen, dass Galerien weit über die Grenzen Baden-Württembergs und Deutschlands den Weg in die Fächerstadt gefunden haben. Jeder fünfte Aussteller war aus dem Ausland angereist. Alle Achtung, Karlsruhe!
Was mich ebenso beeindruckt hat war wie intensiv Marketing bzw. Werbung für die Kunstmesse betrieben wurde. Hat man sich dieser Tage Karlsruhe mit dem PkW genähert musste man kaum wenige hundert Meter zurücklegen, um nicht irgendwo ein weiteres Plakat, ein Banner, eine Anzeige oder eine Flagge zu sehen, die auf die Art Karlsruhe aufmerksam gemacht hat. So musste man als Besucher Karlsruhes – ob man wollte oder nicht – über das auffällige gelb-rote Signet der Art Karlsruhe stolpern.
Doch möchte ich nochmals auf die Besucher der Kunstausstellung zurückkommen. Laut einer Umfrage, die während der Messe vor Ort vorgenommen wurde, wächst die Anzahl der Besucher, die konkret Kunst kaufen wollen. Und wenn man so den Nachruf auf die Veranstaltung liest sind einige der Galeristen sehr zufrieden mit dem Verlauf bzw. dem Verkauf. Hier frage ich mich aber ernsthaft, ob die Galeristen nicht noch erfolgreicher sein würden, wenn sie die Künstler, die sie vertreten, stärker in solche Veranstaltungen einbinden würden, denn diese sind leider so gut wie nie anzutreffen. Jeder Kunstinteressierte würde mit Sicherheit sehr gerne den oder die Künstler/-in Fragen zu seinen oder ihren Werken stellen. Außerdem würde das Ganze die Kunst ansich weitaus persönlicher und sympathischer rüberbringen. Menschen, die sich für gemalte, fotografierte oder modellierte Werke begeistern können wären sicherlich begeistert, wenn sie diese nicht nur bewundern, sondern auch noch etwas zu der Entstehungsgeschichte erfahren könnten. Kunst zum Anfassen wäre das praktisch.
Hiervon könnte jede Seite profitieren: der Kunstinteressierte könnte sich noch viel intensiver mit seinen favorisierten Werken identifizieren. Der Galerist könnte so seinen Namen und sein Image verbessern und als offener und persönlicher Kunstexperte angesehen werden. Und der Künstler? Der Künstler könnte – ähnlich wie der Galerist – seinem Namen ein Gesicht verleihen und obendrein hoffentlich ein paar seiner Werke zusätzlich verkaufen.
























Hallo, danke für den Tipp, besucht auch mal meine Seite – bis bald