Liebe Leser,
Ende letzter Woche war ich im Kino, um mir den vielseits beachteten Film über Mark Zuckerberg und die Entstehung von Facebook – The Social Network – unter der Regie von David Fincher anzuschauen. Ich muss sagen: ich wurde nicht enttäuscht.
Der Film beginnt gleich mit einer sehr anstrengenden und zugleich unterhaltsamen Unterhaltung, bei der ich im ersten Moment nicht wusste, ob dies jetzt bereits der Beginn von The Social Network oder aber noch ein Trailer für einen anderen Film war. D.h. ehe man sich versieht ist man auch schon mitten drin im Leben des Nerds Mark Zuckerberg. Auch wenn es teilweise vielleicht etwas klischeehaft rüberkommen mag, so entspricht es doch nicht selten der Realität, wie hier die Riege der Programmierer dargestellt wird – introvertiert, eher Außenseiter und irgendwie in ihrer eigenen Welt lebend. Im Film wird dies gerne mal mit “im Tunnel sein” umschrieben.
Zuckerberg, gespielt von Jesse Eisenberg, kommt durch einen glücklichen Zufall auf die Idee für “The Facebook”, wie Facebook zu Beginn getauft wurde. Glücklicher Zufall deshalb, weil drei Studenten der Harvard University die Idee eines geschlossenen Social Networks – ausschließlich für die Harvard-Studenten zugänglich – haben und hierzu einen außergewöhnlichen Programmierer benötigen. Und hier kommt Mark Zuckerberg ins Spiel. Beim näheren Betrachten der Idee der drei Studenten wird ihm dann aber bewusst, dass diese genau das war, was er schon seit geraumer Zeit gesucht hatte. So entwickelt Zuckerberg die Grundidee nach seinen Vorstellungen weiter und beschließt kurzerhand sein eigenes Social Network – The Facebook – aufzubauen.
Der Film The Social Network besticht durchweg durch sehr intelligente und humorvolle Dialoge, die einem ganz schnell zeigen, dass Mark Zuckerberg mehr als “nur” ein Programmierer und Nerd ist, denn nicht nur einmal ringt er seine Kontrahenten mit einer einzigartig intelligenten Wortgewandtheit nieder. Das tut auch Not, denn im Laufe der Zeit schafft er sich durch seine egomanische Art, “falsche” Freunde und den Erfolg Facebooks zahlreiche Feinde, derer er sich im Laufe der Zeit teilweise obendrein auch rechtlich erwehren muss.
Schauspielerisch überzeugen alle Protagonisten meines Erachtens voll und ganz. Speziell von Justin Timberlakes Schauspieleinlagen war ich beeindruckt. So luftig und locker stelle ich ihn mir in gewisser Weise auch abseits der Kinoleinwand vor. Vielleicht mag es auch daran liegen, dass mir seine Schauspielerei so gefiel, da sie durch und durch authentisch rüberkommt.
Fazit
The Social Network ist eine Mischung aus Tragik, Komödie und Biographie – extrem kurzweilig, oft lustig, aber bei genauerem Hinsehen auch tragisch oder gar traurig. Tragisch deshalb, weil man nicht umhin kommt den Eindruck zu bekommen, Mark Zuckerberg habe bereits vor der Ära von Facebook kaum Freunde gehabt. Anschließend hatte er allerdings keinen einzigen Freund mehr, im Gegenzug dafür aber erbitterte Feinde. Trotz des Erfolgs von Facebook erscheint es mir als sehr hohen Preis, den Mark Zuckerberg – zumindest in The Social Network – für Erfolg und Reichtum bezahlen muss. Das Ende des Films ist meilenweit von einem Happy-End, wie man es so oft von Hollywood-Verfilmungen gewohnt ist, entfernt. Aber das ist wohl auch gut so, denn so hat man beim Verlassen des Kinosaals tatsächlich das Gefühl, die Verfilmung einer wahren Geschichte gesehen zu haben – gepickt mit allem was zum Leben eines Menschen dazugehört: Liebe, Sex, Geld, Erfolg, Humor, Traurigkeit, Einsamkeit – und vor allem: Menschlichkeit.
Alles in allem ist der Film absolut empfehlenswert – nicht nur für Nerds, Programmierer oder Social Media Marketing-Spezialisten. Also reingehen und anschauen!























Hört sich interessant an. Überlege schon eine ganz Weile, ob ich mir den Film anschaue oder nicht. Nach deiner Kritik hab ich nun doch wieder etwas mehr Lust darauf.