Businessplan? Ok, das sollte man als Existenzgründer, Freiberufler und Selbstständiger selbstverständlich kennen. Was versteht man allerdings unter einem “lebendigen” Businessplan?
Ein Businessplan ist, wie bereits in einem früheren Artikel zum Thema Businessplan betont, kein Schriftstück, welches nach der erstmaligen Fertigstellung und dem unter Umständen erfolgreichen Kreditantrag bei Bank, Bürgen oder Investoren am Ende ist und in der Schublade verschwindet. Ganz im Gegenteil: für den Erfolg eines Existenzgründers und Selbstständigen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen der lebendige Businessplan. Das heißt: Man sollte in regelmäßigen Abständen immer wieder den Businessplan zur Hand nehmen und speziell den Finanzteil auf Aktualität überprüfen. Wie sieht es mit den zu Beginn geplanten Auftragseingängen und Umsätzen pro Monat aus? Sind wir hier im Soll? Sind in der Zwischenzeit eventuell neue Posten aufgetaucht, die Mehrkosten verursachen? Habe ich in der ursprünglichen Planung unter Umständen den ein oder anderen Punkt übersehen? Mit solchen Fragen kann man ganz schnell feststellen, ob man noch in der Spur ist oder nicht. Eines sollte bei einem Existenzgründer, Freiberufler oder Selbstständigen grundsätzlich nicht passieren: es sollte keine Angst bzw. das Gefühl der Machtlosigkeit aufkommen. Angst lähmt bekanntlich und das Gefühl der Machtlosigkeit ist ein klares Indiz dafür, dass man spürt den Überblick über die Situation zu verlieren. Daher ist es von immenser Bedeutung den Businessplan immer wieder zu aktualisieren und damit lebendig zu halten. Davon ausgehend möchte ich an dieser Stelle nochmals betonen, dass ein Businessplan nicht nur für diejenigen von Belang ist, die einen Kredit oder Ähnliches beantragen möchten. Auch wenn man ausschließlich mit Eigenkapital den Weg in die Selbstständigkeit wagt, ist der lebendige Businessplan Voraussetzung für den Erfolg. Doch auch die beste und ausgeklügelste Planung muss nicht immer funktionieren bzw. so eintreffen, wie gedacht. Daher empfiehlt es sich für solche Fälle einen Geldpuffer einzuplanen, damit etwaige Umsatzlöcher gestopft werden können. Auf der anderen Seite wird man vermutlich aber auch Monate erleben, in denen es besser läuft als ursprünglich gedacht. Gut für Sie! Nutzen Sie die Mehreinnahmen, um wieder ein kleines finanzielles Polster anzulegen – für schlechtere Zeiten oder unvorhergesehene Ausgaben. Gut möglich, dass Sie auf einmal merken, dass Sie noch die ein oder andere Investition tätigen müssen. Hierfür sind diese Reserven perfekt.
Daher gilt: Behalten Sie speziell den Finanzteil Ihres Businessplans ständig im Auge und aktualisieren Sie ihn fortlaufend. Das gibt Ihnen ein Gefühl der Sicherheit, und Sie werden nicht kopflos durch die Gegend rennen. Achten Sie darauf, dass Sie das große Ganze, also die kalkulierten Kosten und Umsätze pro Monat, stets überblicken. Sollten Sie merken, dass Ihre Umsätze nicht reichen bzw. nicht an Ihre ursprünglichen Vorgaben heranreichen müssen Sie unter Umständen Ihre Akquisemaßnahmen oder/und Ihr Marketing intensivieren. Haben Sie aber überhaupt noch Zeit für Akquise, oder sind Sie bereits mit Ihren Kundenprojekten am Limit angekommen? Um das herauszufinden empfiehlt es sich ein schriftliches Budget aufzustellen, damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie viel Zeit Sie für einen durchschnittlichen Auftrag brauchen und dem jeweiligen Kunden in Rechnung stellen können. So werden Sie ganz schnell herausfinden, wie viel Zeit Sie pro Woche an Kundenprojekten oder Ähnlichem arbeiten müssen, um Ihre Kosten decken zu können. Den Rest der zur Verfügung stehenden Zeit bleibt Ihnen dann für die oben angesprochene Akquise. Und wenn dann noch Zeit für Netzwerken, Kommunikation und Fortbildung übrig bleibt um so besser. Wenn Sie stets den Überblick über Ihre finanzielle Situation behalten und Ihren Businessplan diszipliniert und kontinuierlich auf dem aktuellen Stand halten, sind Sie einer erfolgreichen Existengründung bzw. Selbstständigkeit wieder ein ordentliches Stück näher gekommen.
























Ist schon richtig, starre Businesspläne helfen längst nicht immer.