Im Gespräch
Interview zum Thema Private Krankenversicherung (PKV)
Liebe Leser,
heute gibt es einen kurzen und schmerzlosen Einblick in das wichtige Thema Krankenversicherung, gerade für Existenzgründer, Selbstständige und Freiberufler immer wieder ein heißes Thema. Hierzu habe ich mich mit Anne Stadler von finanzen.de unterhalten. finanzen.de bietet auf seinem Portal u.a. Vergleichsmöglichkeiten zu Tarifen und Preisen unterschiedlichster Versicherungen. Heute geht es aber speziell um das Thema Private Krankenversicherung (PKV).
Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um eine private Krankenversicherung abschließen zu können?
Nur bestimmte Personengruppen können eine PKV abschließen. Unabhängig vom Einkommen können Selbstständige, Beamte und Studenten eine private Krankenversicherung wählen. Bei Angestellten entscheidet das Gehalt darüber, ob sie abschlussberechtigt sind oder sich bei der GKV versichern müssen. Angestellte mit einem Jahresbruttoeinkommen von mehr als 49.500 Euro können in die private Krankenversicherung wechseln.
Welche Vorteile bietet eine Private Krankenversicherung (PKV)?
Wenn man von einem umfangreichen Krankenversicherungsschutz profitieren möchte, der womöglich dennoch günstiger ist als eine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sollte man sich über die Möglichkeiten der privaten Krankenversicherung informieren.
Sowohl bei den Kosten als auch bei den Leistungen bietet die private Krankenversicherung einige potenzielle Vorteile. Bei der PKV ist ein umfangreicher Versicherungsschutz möglich, der Bausteine wie Chefarztbehandlung, Ein-Bett-Zimmer im Krankenhaus und umfassende Kostenübernahme bei Sehhilfen beinhalten kann. Wählbar ist aber auch ein besonders preiswerter Basistarif, der nur die nötigsten Leistungen vorsieht.
Wie unterscheiden sich Private und Gesetzliche Krankenversicherung grundsätzlich?
Die zu zahlenden Beiträge bei einer PKV beruhen auf Alter, Geschlecht, Beruf und Gesundheitszustand. Anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung spielt das Einkommen bei der Beitragsberechnung keine Rolle. Daher können viele gut verdienende Arbeitnehmer ihre Ausgaben durch einen Wechsel in die PKV deutlich senken.
Angenommen man möchte gerne von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. Wie muss man hier vorgehen?
Wer von der GKV in die PKV wechseln möchte, muss sich zunächst vergewissern, ob sie oder er abschlussberechtigt ist. Dann sollte abgewägt werden, ob sich ein Wechsel in der jeweiligen Situation bezüglich Kosten und Leistungen lohnen würde. Ist man gesundheitlich stark (vor)belastet oder älter als 55 kann es passieren, dass die private Versicherung den Antrag ablehnt oder hohe monatliche Beiträge verlangt. Ist man hingegen jünger und gesund kann sich der Wechsel auszahlen.
Wie kann man sich online zu dem Thema der privaten Krankenversicherung sowie zu Tarifen und Preisen für Krankversicherungen erkundigen?
All dies kann ermittelt werden, indem man auf www.krankenversicherung.net einen Berater kontaktiert, welcher gegebenenfalls ein individuelles Angebot zur PKV erstellt.
Anne, vielen Dank für diese Infos zur PKV.
Interview mit Diederika Tasma von Tasma Life Balance: Existenzgründerin im Bereich Coaching
Liebe Leser,
nach längerer Zeit gibt es endlich mal wieder ein Interview mit einer Existenzgründerin. Heute mit Diederika Tasma von Tasma Life Balance (TLB), die sich als Coach auf sensible Themen wie Versteckte Trauer konzentriert und im Verlaufe des Interviews einen sehr schönen Einblick in ihr Leistungsangebot und persönlichen Erfahrungen gibt. Aber nun genug der Worte – es wird Zeit, dass Ihr Diederika selbst etwas näher kennenlernt.
1. Diederika, stell’ Dich doch bitte kurz den Lesern des Kwerdenker-Blogs vor. Sie sind neugierig auf Dich. Wo kommst Du her, was hast Du in der Vergangenheit gemacht und was bewegt Dich aktuell?
Ich komme aus Hardegarijp, einem kleinem Dorf im Norden der Niederlande, wohne und arbeite aber bereits seit 11 Jahren in der Schweiz. Ich war einige Jahre bei Air Engiadina/KLM Alps tätig, habe danach noch bei ein paar anderen Airlines gearbeitet und war die letzten 5 Jahre Senior Sales Executive bei Etihad Airways. Heute bin ich Inhaberin der Tasma Life Balance, Dipl. Emotion Coach und arbeite prarallel noch Teilzeit am Flughafen Bern als Stv. Marketingleiterin.
2. Du hast Dich im letzten Jahr zu einem radikalen Schnitt entschlossen: Raus aus der vermeintlich sicheren Position des Arbeitnehmers, rein in das mutige Unterfangen der Selbstständigkeit. Was hat Dich zu diesem Schritt bewegt?
Ich wollte schon immer Menschen begleiten und meine Erfahrungen weitergeben. Ich wollte mein eigener Herr sein und die Sachen machen, die mir Spaß und Freude bringen. Bei Etihad Airways hatte ich eine tolle Zeit, habe viel gelernt und sehr viele schöne Sachen erlebt, doch ich war ständig unterwegs und meine Arbeit im Sales-Bereich hat mich nicht befriedigt. Ich musste primär immer die Zahlen im Auge behalten. Die menschliche Komponente hat mir dabei auf Dauer sehr gefehlt.
3. Unter dem Namen „Tasma Life Balance“ bietest Du nun Coachings in ganz unterschiedlichen Bereichen an. Ein Thema sticht aber mit Sicherheit hervor: das Aufspüren versteckter Trauer, welches für Menschen gedacht ist, die – unter Umständen bereits in jungen Jahren – einen geliebten Menschen verloren haben. Bitte erzähle den Lesern mehr zu diesem Thema. Für wen ist solch ein Coaching sinnvoll, wie läuft solch ein Coaching ab und was kann man sich als Teilnehmer davon erhoffen?
Wenn in Kindesjahren die Mutter, der Vater oder sogar beide Elternteile verstorben sind, dann liegt der Verlust eines sehr wichtigen Menschen zwar schon lange zurück. Dennoch kann es sein, dass man auch nach vielen Jahren noch trauert und Kummer hat. Das Umfeld und auch man selbst erkennt jedoch diese Trauer nicht als Trauer an, da die Verbindung zum Verlust zu weit zurückliegt. Diese Art von Trauer im Erwachsenenalter wird “Versteckte Trauer” genannt. Erwachsene, die in ihrer Kindheit ein Elternteil verloren haben, zeigen oft die folgenden Symptome auf:
- Stark entwickelte Verlassens- und Bindungsängte
- Entwicklung komplizierter und mühsam verlaufender Beziehungen
- Mühe mit Intimitäten
- Ein fundamentaler, grundlegender Mangel an Selbstvertrauen
- Das ständige Gefühl nicht dazu zu gehören, nicht gesehen zu werden
- Nach außen zeigen sie sich selbstbewusst, aber innerlich fühlen sie sich leer
- Ausgeprägte Verletzlichkeit/Verwundbarkeit
- Angst, im selben Alter wie das verlorene Elternteil zu sterben
- Alles unter Kontrolle behalten zu wollen
- Hohe Ansprüche an einen Lebenspartner, der den Verlust wieder ausgleichen soll
- Aufmerksamkeitssyndrom (sie sind ein Fass ohne Boden)
- Partner von Erwachsenen, die in ihrer Kindheit ein Elternteil verloren haben, haben oft das Gefühl, dass sie nie etwas richtig machen können
- Häufig große Mühe Grenzen zu setzen
- Fühlen sich untröstlich, weil ihre Beziehungen oft scheitern
- Schwierigkeiten zur Ruhe zu kommen
Ich biete in diesem Bereich mehrtägige Workshops mit einem Rückkehrtag an, der ca. vier Wochen nach dem Workshop stattfindet. Die Workshops sind vor allem für Erwachsene sinnvoll, die zwischen dem 1. und 20. Lebensjahr ein Elternteil verloren haben und sich an den oben genannten Symptomen wiedererkennen können. In diesem Mehrtagesworkshop verarbeiten die Teilnehmer nach der Methode von Titia Liese ihre Versteckte Trauer. Sie erkennen die hemmenden Muster, die sie über viele Jahre entwickelt haben, lernen diese zu akzeptieren und sich von ihnen zu befreien. Die Workshops sind in dem Trauerprozess ein Begleiter und bieten die nötige Struktur, die die Trauernden in ihren Alltag integrieren können. Die Teilnehmer lernen den Verlust zu verarbeiten und somit sich selbst und dem verstorbenen Elternteil den ihnen zustehenden Platz in Ihrem Leben zurückzugeben. Ein verspäteter Trauerprozess ist meistens nicht alleine die Suche nach ihrem verstorbenen Elternteil. Vielmehr ist es auch eine Suche nach ihrer eigenen Identität.
4. Wie bist Du auf solch ein eher ungewöhnliches, vor allem aber persönliches und sensibles Thema gekommen? Hast Du selbst in Deinem Leben bereits schmerzhafte Erfahrungen machen müssen?
Ich war zehn Jahre alt als mein Vater an einer Gehirnblutung starb. Ich kann mich noch gut erinnern – es war Weihnachten. Er war erst 48 Jahre alt. Dieser Verlust hat mein weiteres Leben sehr geprägt. Ich hatte gelernt zu überleben, mich anzupassen und genau das zu sagen, was andere von mir erwarteten. Der Weg zu mir selbst war lang und steinig. Ich habe viele Hochs und Tiefs erlebt, doch bin immer wieder aufgestanden und weitergegangen. Dem Verlust meines Vaters konnte ich einen Platz geben. Doch die Beschützer- und Überlebensmuster sind es, die das Leben für uns „Versteckte Trauer“-Erwachsenen so schwierig machen.
Wenn man, wie ich, einen Elternteil durch Tod verloren hat, bringt man dann im Laufe der Zeit automatisch auch bei anderen Menschen im Umfeld Verlust-, Beschützer- und Überlebungsmuster an. Bei Kindern werden diese Muster mit der Zeit zu Basismustern, da ein Kind solch einen großen Verlust nicht tragen/verarbeiten kann. Deswegen sieht man im Erwachsenalter nicht, dass diese Muster eigentlich Beschützermuster von damals sind. Die Muster sind dann oft so sehr eingeprägt, dass sie das Dasein hemmen.
Indem ich die Theorie der Versteckten Trauer kennengelernt und studiert habe, habe ich für mich einen Weg gefunden diese Muster frühzeitig aufzuspüren und zu entdecken und anschließend ins Positive zu drehen. Dies hat mir persönlich unheimlich viel gebracht und mich auf einen sehr guten Weg der Heilung gebracht. Und genau dies möchte ich gerne auch an andere Menschen, die im Laufe ihres Lebens einen Verlust erleiden mussten, weitergeben.
5. Welche anderen Coachings bietest Du darüber hinaus an?
Ich biete verschiedene Workshops und Coachings an:
- Versteckte Trauer-Workshops für Kinder, die ein Elternteil verloren haben
- Yoga & Coaching-Workshops für Erwachsene, die gerne mal Yoga machen und sich selbst besser kennenlernen möchten
- Back to Nature-Workshops für Erwachsene, die gerne etwas Gutes für Körper und Geist tun möchten
- Workshops im Bereich “Negativität verlassen – Wege zum Glück” für Erwachsene, die lernen möchten, wie sie Negativität abschütteln und gleichzeitig wieder Glück in ihr Leben bringen können
- Versteckte Trauer-Workshops zwischen Wollen & Tun für Erwachsene, die den Verlust eines geliebten Menschen richtig verarbeiten möchten
Darüber hinaus beite ich Coachings für: Veränderungs- und Entwicklungsprozesse, Unterstützung bei der Erfüllung von Träumen, Begleitung in individuellen, turbulenten Lebensphasen, Trauer- und Verlust-Verarbeitung, Job-Orientierung, Bewältigung von Flugangst und anderen Ängsten, Begleitung bei Beziehungs- und anderen Konfliktthemen.
6. Wo und in welcher Form bietest Du Dein Coachingprogramm an? Ausschließlich in der Schweiz?
Die meisten Coachings und Workshops werden in meiner Praxis in Laupen/Schweiz und im Haus Parzival im Berner Oberland durchgeführt. Allerdings halte ich derzeit nach weiteren Räumlichkeiten in der Schweiz Ausschau.

Die Praxis von TLB von innen
Darüber hinaus versuche ich auch in Deutschland Fuß zu fassen. Die Workshops „Yoga & Coaching“, „Back to Nature“ und „Negativität Verlassen – Wege zum Glück“ werden auch in Langenbrand bei Pforzheim angeboten. TLB hat das Motto, dass wir da sind, wo wir gebraucht werden.

Die Praxis von TLB von außen
7. Was macht wann mehr Sinn? Einzel-Coaching vs. Gruppen-Coaching
Das kommt ganz auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Personen an und die verschiedenen Themen. Für Versteckte Trauer macht es sicher Sinn in einer Gruppe zu arbeiten, da der Austausch mit anderen, die Ähnliches erlebt haben und die verstehen, wie man sich fühlt sehr wichtig ist und viel Kraft geben kann. Man ist so in gewisser Weise nicht mehr alleine mit seinem Problem unterwegs. Hier arbeite ich nur mit Gruppengrößen von maximal 5 Personen. Aber es gibt auch Coachees, die lieber individuell arbeiten, da sie es noch schwierig finden ihre Emotionen zu zeigen. Die Workshops für „Yoga & Coaching“, „Back to Nature“ und „Negativität Verlassen – Wege zum Glück“ werden meistens in der Gruppe durchgeführt, wobei ein Programm immer auch nach individuellen Wünschen der Teilnehmer angepasst werden kann.
8. Kommen wir zu dem Thema Existenzgründung: Was muss ein Existenzgründer mitbringen, um langfristig erfolgreich sein zu können? Nenne bitte drei Eigenschaften, die Deiner Meinung nach unabdingbar sind.
Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen, und man darf nicht zu schnell aufgeben. Obendrein sollte man in der Lage sein Ideen realistisch einschätzen und umsetzen zu können.
9. Wie gewinnst Du neue Kunden? Betreibst Du aktiv Marketing? Wenn ja, wie?
Haha, da fragst Du mich was! Für mein Hauptthema „Versteckte Trauer“ ist es recht schwierig an Kunden zu kommen, da man nicht einfach fragen kann “Hey Du, hast Du zufällig ein Elternteil verloren und Schwierigkeiten damit?” Ich versuche Aufmerksamkeit auf mein Angebot zu lenken, indem ich ein Netzwerk zu Ärzten, Physiotherapeuten, Krankenhäuser, Bestattungsinstituten und Schulen etc. aufbaue. Dieses Jahr möchte ich außerdem Informationsabende zu dem Thema veranstalten und habe diverse Flyer in Geschäften und Praxen ausgelegt. Mein Auto ist “gebrandet”, und für Jugendliche möchte ich eine CD auf dem Markt bringen und im Sommer ein Konzert organisieren. Zudem soll noch ein Buch von Titia Liese auf Deutsch übersetzt werden und über TLB vertrieben werden. Bisher geht das Meiste über Empfehlungen, doch ich betrachte auch die Medien als sehr wichtig, und daran möchte ich in diesem Jahr verstärkt arbeiten.
10. Welche Veranstaltungen, Workshops und Infoveranstaltungen sind in der nahen Zukunft geplant, wo man Dich auch persönlich antreffen kann?
Die Termine bis einschließlich Ende März sind auf meiner Website unter www.tasma-lifebalance.com zu finden. Die weitere Planung für dieses Jahr werde ich Ende Februar veröffentlichen. Es sind außerdem zwei Infoveranstaltungen geplant: Einmal am 17. Februar und dann nochmal am 31. März – beide in meiner Praxis in Laupen, CH.
Yoga & Coaching-Workshop: 11. bis 13. März, 18. bis 21. August und 25. bis 27. November im Hotel Schwarzwald Sonnenhof, Langenbrand/Pforzheim.
11. Wie sehen Deine kurzfristigen und langfristigen Ziele mit Tasma Life Balance aus? Wo siehst Du Dich und TLB in 10 Jahren?
Ich hoffe sehr erfolgreich, da ich so viele Menschen wie möglich begleiten möchte. Ich sehe TLB in 10 Jahren an einem sehr schönen Ort in der Schweiz oder Deutschland, wo ich mit mehreren Therapeuten und Coaches zusammenarbeiten kann. Und ich hoffe, dass ich bis dahin Interessenten gefunden habe, die mit mir gemeinsam eine Stiftung für „Versteckte Trauer“ gründen wollen. Es wäre schön mit TLB international unterwegs sein zu können.
12. Wie können Interessierte mit Dir am besten Kontakt aufnehmen? Über Deine Website? Telefonisch? Persönlich?
Auf meiner Website www.tasma-lifebalance.com findet man unter “Kontakt” meine Kontaktdaten. Interessenten können mir gerne eine E-Mail an info@tasma-lifebalance.ch schicken oder mich einfach unter 00 41 (0)79 52 48 455 anrufen. Ich freue mich über jede Anfrage.
Diederika, ich danke Dir für dieses schöne Interview und wünsche Dir von Herzen weiterhin viel Erfolg mit Tasma life Balance.
Interview mit Sarah Heike: Existenzgründerin mit Fashion für freche Früchtchen
Liebe Leser,
heute gibt es ein spannendes Interview mit Sarah Heike, frisch gebackene Gründerin und Inhaberin von “Frogroggas” – dem Modelabel für Kinder – mit Sitz in Nürnberg. Oder wie hat Sarah das so schön in einen passenden Claim gepackt: “Fashion für freche Früchtchen”. Das macht doch Appetit auf mehr, meine ich. Also los geht’s – Sarah, hiermit übergebe ich das Wort an Dich. 
Sarah, stell’ Dich doch bitte kurz den Lesern des Kwerdenker-Blogs vor. Sie sind neugierig auf Dich und das, was du machst.
Die schwierigste Frage gleich zuerst! Ich gestehe an dieser Stelle gleich, dass ich Frage Nummer 1 dezent weggelassen habe und jetzt nach den Antworten der Fragen 2-11 wieder hier oben angekommen bin und grübel ‚Wer bin ich?‘
Die Antwort im Existenzgründerseminar lautete darauf:
“Mein Name ist Sarah Heike – ja, Heike ist mein Nachnahme – 26 Jahre jung – Diplom-Stylistin/-Modestylistin, eher bekannt unter der Bezeichnung Modedesignerin/-schöpferin – und ich möchte mich mit meinem Label für Kinderbekleidung selbstständig machen!” Das sind so die Fakten. Wer mehr über mich wissen will muss meine Familie, Freunde und Bekannten fragen oder mich persönlich kennenlernen.
Wie bist Du zum Modedesign gekommen? Glücklicher Zufall oder ein Kindheitstraum?
Ich wusste zwar schon relativ früh, dass ich später mal irgendwo in der Modewelt arbeiten wollte, aber wo und als was, das hat sich erst während meiner Ausbildung auf der ESMOD München herauskristallisiert.
Jedoch wusste ich schon mit 14, dass es unbedingt diese Schule sein musste. Eine Alternative gab es nicht. Zum Glück haben die mich auch gewollt! Wer weiß, wo ich sonst gelandet wäre. Vielleicht bei einem meiner Kindheitsträume?! Da wären z.B. Kloputzfrau oder Reiseleiterin.
Du hast Dein Modelabel ”Frogroggas” getauft. Ein durchaus exotischer und spannender Name. Wie kam es dazu, und was steht hinter dem Namen?
Der Name ist ein Relikt aus Zeiten der Ausbildung. Im Abschlussjahr gründet im Prinzip jeder sein eigenes Label, d.h. du entwirfst nicht nur eine Kollektion, sondern entwickelst auch eine komplette CI zu deinem Konzept.
Den Namen hat mir eine gute Freundin gegeben. Er setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Zum einem dem englischen Wort für Frosch ‚frog‘ und zum Anderen der fränkischen Ableitung des Wortes ‚Rocker‘ also ‚Rogga‘. Das Ganze bezieht sich eigentlich auf die Art, wie ich meine Figurinen (= stilisierte Modezeichnungen) zeichne. Sie sind sehr comiclastig, haben einen großen Kopf mit großen (Glupsch-)Augen und Knubbelfinger. Das hat sie irgendwie an Frösche erinnert. Mittlerweile gehört der Namen so zu meinem Produkt, dass ich ihn nicht ändern würde, obwohl er sicherlich für Neukunden schwer zu merken ist. Allerdings ist er auch oft ein Grund, dass Leute mich ansprechen und wissen wollen, was hinter dem Namen ‚Frogroggas‘ steckt. Na, und dann…bleibt er doch im Ohr.
Wie bist Du auf die Idee gekommen Mode und mehr gerade für Kinder zu entwerfen, und wo liegt der Schwerpunkt Deiner Arbeit?
Das Ganze war keine spontane Idee, sondern ein Prozess während meiner Ausbildung. Zunächst liegt der Schwerpunkt des Studiums im Bereich DOB (= Damenoberbekleidung), allerdings werden bereits im ersten Jahr auch Arbeiten zu HAKA (= Herren und Knaben) und KIKO (=Kinderkollektion) verlangt.
Dass HAKA nichts für mich ist wusste ich schnell, die KIKO fand ich zunächst ganz lustig, da man im Entwurf so viel neue Möglichkeiten hat. Ich finde es spannend Kleidung zu entwerfen, die einen aktuellen modischen Bezug hat, ihren funktionalen Bezug jedoch nie verlieren darf. Schließlich sollen die Produkte später von Kindern getragen werden und nicht von Puppen.
Einen Schwerpunkt habe ich nicht wirklich, vielleicht kann man es eher als Säulen bezeichnen, die das Label ‚Frogroggas‘ tragen. Diese Säulen sind im Prinzip nichts anderes als Produktgruppen. Vom kleinsten zum größten wären das: Accessoires (z.B. Buttons, Anstecker), Zubehör (z.B. Lätzchen, Mützen, Tücher), Bekleidung (eher Einzelteile, Miniserien) und das Premiumprodukt Maßanfertigung (z.B. Taufkleidchen, Blumenstreuoutfits etc.).
Kommen wir zu dem Thema Existenzgründung: Was gab bei Dir persönlich den Ausschlag dafür, und wo siehst Du für einen Existenzgründer die größten Hürden zu Beginn einer Unternehmung?
Der Gedanke, mal mein eigenes Label zu besitzen, spukt schon in meinem Kopf herum seitdem ich ein Praktikum in einem Atelier für Kinderbekleidung absolviert hatte. In der Industrie konnte ich nie meine Ideen ausleben. Immer gab es Jemanden, dessen Meinung und Ideen es zu realisieren galt. Die Möglichkeit, dass ich irgendwann mal die Person sein könnte, die das letzte Wort hat, war zu gering, als dass ich jahrelang diesen Assistentenberuf machen wollte. Dass mir meine berufliche Situation aber eigentlich gar nicht so passt wurde mir erst klar als ich unerwartet gekündigt wurde und ich gezwungen war zu überlegen, was ich in nächster Zeit arbeiten wollen würde.
Hürden hat man als Existenzgründer bzw. Selbständiger sicherlich täglich zu nehmen. Das sind Hürden im Beruf und im Privaten, kleine und größere. Aber die gehören nun mal dazu, schließlich verändert man etwas in seinem Leben. Wäre doch schlimm, wenn alles glatt laufen würde. Ich bin auf die Mega-Hürde zum Glück noch nicht gestoßen, merke aber, dass irgendwie immer alles mit dem Thema Geld und Zahlen zu tun hat, und das ist für mich als Kreative immer sehr abstrakt. Daran muss ich mich erst noch gewöhnen.
Was muss ein Existenzgründer mitbringen, um langfristig erfolgreich sein zu können? Nenne bitte drei Eigenschaften, die Deiner Meinung nach unabdingbar sind.
Da könnt ich jetzt den Fragebogen ‚Sind sie ein Machertyp?!‘ hernehmen und die tollsten Eigenschaften abschreiben. Für mich ist es wichtig mich selbst motivieren zu können bzw. zu wissen wo und bei wem ich neue Motivation bekommen kann. Ich bin optimistisch und kreativ. Der Rest ergibt sich (hoffentlich) – learning by doing!
Auf Deiner Website von Frogroggas ist nachzulesen, dass Du bereits einige Preise auf dem Feld des Modedesigns eingeheimst hast. Inwiefern haben Dir diese bei Deiner Existenzgründung helfen können?
Meine Preise stehen im Lebenslauf und schaffen hoffentlich einen guten Eindruck. Allerdings haben sie nichts mit ‚Frogroggas‘ zu tun. Aus diesem Grund haben sie eigentlich nichts mit der Gründung zu tun. Für mich persönlich sind sie jedoch wichtig, da sie eine Bestätigung für meine Ideen und Arbeit sind!
Wie gewinnst Du neue Kunden? Betreibst Du aktiv Marketing? Wenn ja, wie?
Momentan beschränkt sich mein Marketing auf reine Mundpropaganda. Allerdings muss sich da jetzt was ändern. Deshalb gestalte ich gerade eine(n) Flyer/Broschüre und Annoncen für Familienmagazine. Der Bereich Marketing ist eine der Baustellen, an denen ich gerade arbeite.
Wie wichtig ist Deine Website, um neue Kunden zu gewinnen und zu binden?
So genau kann ich das gar nicht sagen. Meine Homepage www.frogroggas.de ist erst seit ein paar Wochen online. Kunden gewinne ich momentan eher über den Online-Shop bei dawanda oder vis-à-vis, z.B. auf Märkten. Ich habe in der letzten Zeit feststellen müssen, dass gerade ältere Leute nicht viel mit Webseiten und E-Mails am Hut haben. Doch gerade Omas, Opas, Tanten und Onkels haben an Frogroggas Gefallen gefunden – eben nicht nur Diejenigen, für die der PC samt World Wide Web etwas Alltägliches ist. Folglich ist mir meine Webseite samt Shop und dem Profil auf Facebook zwar wichtig um mich zu präsentieren. Kundenbindung jedoch kann man nur durch erbrachte Leistungen schaffen.
Seit wann gibt es Dein Modelabel nun bereits, und wo kann man Dich das Jahr über antreffen (Messen, Wettbewerbe, Events etc.)?
Als Nebengewerbe betreibe ich Frogroggas jetzt seit März 2009. Für dieses Jahr im Oktober ist dann der Vollerwerb geplant. Meine zwei noch kommenden Highlights in diesem Jahr ist die Modenschau inklusive Verkaufsstand beim Oldtimer-Weinfestival auf dem Weingut Deppisch in Erlenbach bei Marktheidenfeld am 11. und 12. September, sowie die Austellung ‚Kunst & Handwerk‘ vom 02. bis 12. Dezember im Fembohaus Nürnberg. Natürlich kann man alle Termine auch auf meiner Webseite nachlesen. Und wer es nicht abwarten kann darf gerne einen Termin vereinbaren und zu mir kommen.
Wie sehen Deine kurzfristigen und langfristigen Ziele mit Frogroggas aus? Wo siehst Du Dich und Frogroggas in 10 Jahren?
Kurzfristig gesehen wünsche ich mir natürlich einen super Start in die Selbstständigkeit. Dass meine Visionen des Businessplans Realität werden und nicht als Utopien enden. Langfristig gesehen soll Frogroggas kein Modeimperium werden, sondern da wünsch ich mir ein Atelier für Kinderbekleidung, in dem ich einst Praktikum gemacht habe. Vielleicht in der Kombination mit einer kleinen Kaffee-Ecke.
Sarah, vielen Dank für das nette und informative Gespräch.
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